Terry's TMG Tips

Verschmelzen von Projekten und Datensätzen

Deutsche Veröffentlichung dieser Seite am 17. Jun. 2005.

Versionshinweis: Gültig für die Versionen TMG 6 & 7.

Manchmal stellen Anwender von TMG fest, daß sie zwei Projekte oder auch zwei Datensätze im Bestand haben, die sie gerne miteinander vereinen möchten. Der Ursprung für diese unterschiedlichen Projekte oder Datensätze kann möglicherweise darin liegen, daß deren Daten zu Beginn getrennt voneinander erfaßt wurden. Oder -und das ist vielleicht der üblichere Fall- man erhält eine Datei von einem anderen Ahnenforscher und möchte diese hierin enthaltenen Informationen jetzt mit dem eigenen existierenden Datensatz verknüpfen.

Da die Vorgehensweise ein wenig komplex erscheint und die meisten Anwender diesen Prozess nur selten anwenden müssen, erzeugt bereits das Thema als solches oftmals ein erhebliches Maß an Verwirrung. Dieser Artikel beschäftigt sich daher im Detail damit, wie der Verschmelzungsprozess arbeitet. Er illustriert die in ihm enthaltenen Schritte und zeigt ferner einige Gebote der Vorsicht und Gedanken auf, die man - wie ich meine - unbedingt in Erwägung ziehen sollte. Er befaßt sich zunächst mit dem Verschmelzen von Projekten und anschließend mit dem Verschmelzen von Datensätzen. Sollten Sie mit den Begriffen "Projekt" und "Datensatz" noch nicht so recht vertraut sein, dann kann Ihnen vielleicht mein Artikel über Projekte und Datensätze weiterhelfen.

Es gibt sicherlich eine ganze Reihe von Gründen, warum es sinnvoll sein kann, Projekte und Datensätze miteinander zu verschmelzen. Für unser Beispiel wollen wir davon ausgehen, daß unsere Aufgabenstellung darin besteht, daß wir Daten, die wir von einem anderen Ahnenforscher erhalten haben, mit unseren eigenen Daten vergleichen wollen. (Werfen Sie in diesem Zusammenhang ruhig einmal einen Blick auf meinen Leitgedanken unten. Hier zeige ich Gründe auf, aus denen Sie im Ergebnis vielleicht doch nicht so vorgehen wollen.) Der Verschmelzungsprozess als solcher ist immer der gleiche unabhängig von seiner Begründung. Unsere Annahme hilft uns zur Verdeutlichung jedoch eindeutig dabei, konsequent einheitliche Bezeichnungen für die verschiedenen Schritte beizubehalten.

Verschmelzen von Projekten

Also beginnen wir mit zwei Projekten, die wir verschmelzen wollen. Vielleicht vor dem Hintergrund die in ihnen enthaltenen Personen leichter analysieren zu können, um das Verschmelzen der in ihnen vorhandenen Datensätze zu ermöglichen oder auch um die Basis dafür zu schaffen, daß spezifische Personen von einem Projekt in das andere kopiert werden können. Nehmen wir also an, daß es sich bei dem einen Projekt um unser gewöhnliches Projekt handelt und bei dem anderen um ein Projekt, das wir von einem Cousin erhalten haben.

Sie haben in diesem Fall nur dann die Notwendigkeit mit separaten Projekten zu arbeiten, wenn Sie getrennte Projekte erhalten (oder diese erstellen). Sollten Sie dagegen eine GEDCOM Datei oder eine mit einem anderen Ahnenprogramm produzierte Datei bekommen, dann können Sie diese direkt in Ihr vorhandenes Projekt importieren. So vermeiden Sie es, die Projekte überhaupt verschmelzen zu müssen. Um Daten in ein existierendes Projekt zu importieren, importieren Sie diese alternativ entweder 1. über die Datensatz-Verwaltung oder Sie nutzen 2. - während Ihr eigenes Projekt geöffnet ist - das Kommando Datei > Importieren. Dann wählen Sie im Schritt 3 des Import-Assistenten "Zu aktuellem Projekt hinzufügen". Hierbei handelt es sich übrigens um die Standard-Vorgabe des Programms.

Wir beginnen nun mit unseren zwei Projekten:

Mein Projekt
Cousin Bob's Projekt
Mein Projekt
Cousin Bob's Projekt

Nachdem wir die beiden Projekte verschmolzen haben, erhalten wir dieses Ergebnis:

Mein Projekt
Cousin Bob's Projekt
Mein Projekt
Cousin Bob's Projekt

Das Ergebnis stimmt vielleicht nicht vollständig mit dem von Ihnen erwarteten überein. Wir verfügen immer noch über zwei Projekte. Eines davon beinhaltet jetzt beide Datensätze, die wir zuvor in beiden Projekten vorgefunden haben. Aber das andere Projekt ist unverändert erhalten geblieben. Mit anderen Worten wurde(n) der/die Datensatz(sätze) aus einem Projekt in das andere kopiert. Dabei wird über die Einstellungen, die Sie in dem Fenster "Verschmelzen" festgelegt haben, bestimmt, welches Projekt das spätere "kombinierte Projekt" wird und welches unverändert erhalten bleibt (Details hierzu finden Sie im nächsten Abschnitt).

Wie Sie sehen, besteht "Mein Projekt" jetzt aus sämtlichen Personen, die wir vorher in beiden Projekten finden konnten. Gleichzeitig jedoch bleiben diese Personen auch in ihren jeweiligen ursprünglichen Datensätzen erhalten. Das ist sehr gut, wenn Sie die Personen aus "Cousin Bob's Projekt" zunächst näher untersuchen wollen und möglicherweise einige von ihnen in Ihr Projekt, an dem Sie gerade arbeiten, kopieren möchten. Ist es auf der anderen Seite Ihre erklärte Absicht, sämtliche Personen vollständig miteinander zu verschmelzen und sie somit zu verbinden, dann müssen Sie jetzt die Datensätze verschmelzen. Wie man das macht beschreibe ich in einem Abschnitt weiter unten.

Solange die beiden Datensätze voneinander getrennt bleiben, haben Sie die Möglichkeit, sie gleichzeitig näher zu untersuchen. Sie können Personen oder Informationen zwischen ihnen hin und her zu kopieren - wenn Sie es möchten - und auch den zweiten Datensatz löschen, während Ihr originaler Datensatz hiervon gar nicht berührt wird. Weil beide Datensätze getrennt bleiben, gibt es zwischen den beiden Datensätzen auch keinerlei mögliche Konflikte durch unterschiedliche Elementtypen, Quellentypen oder irgendwelche anderen Unterschiede, die durch benutzerdefinierte Einstellungen hervorgerufen werden könnten. Diese Konflikte können dagegen sehr wohl auftreten, wenn Sie die Datensätze verschmelzen oder Personen von dem einen Datensatz in den anderen kopieren.

Mechanismen beim Verschmelzen von Projekten

Jetzt wollen wir einen konkreten Blick auf die tatsächlichen Schritte werfen, die notwendig sind, um zwei Projekte miteinander zu verschmelzen. Diese haben wir ja weiter oben bislang nur kurz schematisch aufgezeigt. Wir beginnen damit, indem wir eines der beiden Projekte öffnen. Dann öffnen wir das Fenster "Projekte verschmelzen". Hierzu nutzen wir im Menü Datei > Projekte verschmelzen:

Projekte verschmelzen

Das Projekt, das ja bereits geöffnet war, erscheint hier in der oberen Reihe als "Projekt A". Wir geben das zweite Projekt als "Projekt B" ein. Hierzu geben wir entweder manuell einen Pfad und den Dateinamen ein oder wir klicken einfach auf die [...] Schaltfläche, auf der rechten Seite, und wählen es aus. Der jetzt folgende Schritt ist der alles entscheidende Schritt, in dem bestimmt wird, welches der Projekte das "kombinierte Projekt" wird, das dann sämtliche Datensätze aus beiden beteiligten Projekten enthält. In dem Kästchen unter den Projekt Namen wählen Sie entweder "B in A importieren (Projekt B bleibt unverändert)" oder "A in B importieren (Projekt A bleibt unverändert)". Ich persönlich empfinde die Kommentare in den Klammern als sehr hilfreich, um herauszufinden, welche Auswahl man treffen möchte. Das Projekt, das "unverändert bleibt", wird nicht tangiert und aus dem anderen entsteht das "kombinierte Projekt". In unserem Beispiel entscheiden wir uns dafür, daß Cousin Bob's Projekt "unverändert bleibt". Auf diese Weise werden sämtliche Datensätze in unser originales Projekt hineinkopiert.

Wenn wir im Anschluß an das Verschmelzen die Datensatz-Verwaltung (über das Menü Datei) öffnen, können wir sehen, daß "Mein Projekt" jetzt zwei Datensätze enthält:

Datensatz-Verwaltung

Wenn es uns gefällt, können wir den neuen Datensatz jetzt auswählen, auf die Bearbeiten-Schaltfläche klicken und anschließend den Namen des Datensatzes so verändern, daß er besser ausdrückt, um welchen Datensatz es sich hier handelt. Dies habe ich hier auch gemacht. Zusätzlich haben wir die Möglichkeit, Eingaben in der Datensatz-Notiz vorzunehmen, die beschreiben, woher dieser Datensatz eigentlich stammt.

Da unser Projekt nunmehr mehr als einen Datensatz enthält, ist jetzt der ID Nummer jeder einzelnen Person die Nummer des Datensatzes vorangestellt. Wir stellen ferner fest, daß auch alle ID Nummern von Orten angezeigt werden, zum Beispiel in der Auswahlliste:

Erweiterte Auswahlliste

In unserem Fall enthalten beide Datensätze Einträge, bei denen es sich vielleicht um die gleichen Personen handeln könnte. Werfen Sie zum Beispiel einen Blick auf Mary Smith, die zweimal auftaucht - einmal mit der ID Nummer 1:2 und ein weiteres Mal mit der ID Nummer 2:2. Dies bedeutet, daß es in jedem der beiden Datensätze eine Person mit dem Namen Mary Smith gibt.

Verschmelzen von Datensätzen

Anfangen wollen wir mit einem Projekt, das zwei Datensätze enthält. In unserem Fall verwenden wir hierzu das Projekt, das wir, wie oben dargestellt, durch das Verschmelzen von zwei Projekten erstellt haben. Genauso gut könnte es sich jedoch auch um ein Projekt handeln, in das wir eine GEDCOM Datei, die wir erhalten haben, kopiert haben oder auch um ein Projekt, in dem wir anfänglich zwei Datensätze, zur Erfassung von zwei unterschiedlichen Familienzweigen, angelegt haben und die wir jetzt miteinander vereinen wollen. Unser Projekt sieht wie folgt aus:

Mein Projekt
Mein Projekt

Nachdem wir die Datensätze verschmelzen, erhalten wir dieses Ergebnis:

Mein Projekt
Mein Projekt

Sehen Sie, daß wir genauso wie nach dem Verschmelzen von Projekten jetzt auch hier einen Datensatz besitzen, der sämtliche Personen, die zuvor in beiden Datensätzen vorhanden waren, enthält. Und daß wir darüber hinaus jetzt auf den zweiten unveränderten Datensatz stoßen. Der Grund liegt auch hier darin, daß die Personen aus einem Datensatz in den anderen Datensatz kopiert werden. Dabei wird - wie gehabt - auch hier über die Einstellungen, die Sie in dem Fenster "Verschmelzen" festgelegen, bestimmt, welcher der spätere "kombinierte Datensatz" wird und welcher unverändert erhalten bleibt (Details hierzu finden Sie im nächsten Abschnitt).

Alle Personen, die zuvor nur in dem Datensatz mit der Nummer 2 enthalten waren, erscheinen jetzt ein weiteres Mal in dem Projekt - einmal in dem "kombinierten Datensatz" und dann auch noch in dem Original. Wahrscheinlich möchten Sie jetzt den zweiten Datensatz löschen, nachdem Sie den Verschmelzungsvorgang durchgeführt haben (dies können Sie über die Datensatz-Verwaltung erledigen).

Mechanismen beim Verschmelzen von Datensätzen

An dieser Stelle wollen wir auch hier einen konkreten Blick auf die tatsächlichen Schritte werfen, die notwendig sind, um zwei Datensätze miteinander zu verschmelzen. Diese haben wir weiter oben bislang nur kurz schematisch aufgezeigt. Wir beginnen damit, die Datensatz-Verwaltung über das Menü Datei zu öffnen:

Datensatz-Verwaltung

Hier finden wir die beiden Datensätze, die wir - wie oben beschrieben - erstellt haben. Sehen Sie, daß "Mein Datensatz" ausgewählt ist? Jetzt betätigen wir die Verschmelzen-Schaltfläche, um das Fenster "Datensätze verschmelzen" zu öffnen:

Datensätze verschmelzen

Wir hätten nun die Möglichkeit, die zu verschmelzenden Datensätze aus den Auswahllisten, die sich mittels der Pfeiltasten auf der rechten Seite öffnen lassen, auszuwählen. Da wir jedoch überhaupt nur zwei Datensätze in unserem Projekt besitzen, werden beide bereits automatisch ausgewählt. Dabei erscheint der von uns über die Datensatz-Verwaltung ausgewählte Datensatz als Datensatz A. Auf die gleiche Weise wie beim Verschmelzen von Projekten, wählen wir nun denjenigen Datensatz aus, der der "kombinierte Datensatz" werden soll, der dann anschließend sämtliche Personen aus beiden Datensätzen enthält. In dem Kästchen unter den Datensatz Namen wählen Sie entweder "B zu A hinzufügen (Datensatz B bleibt intakt)" oder "A zu B hinzufügen (Datensatz A bleibt intakt)" aus. Ich persönlich empfinde die Kommentare in den Klammern als überaus hilfreich um herauszufinden, welche Auswahl man treffen möchte. Der Datensatz, der "intakt bleibt", wird nicht tangiert und aus dem anderen entsteht der "kombinierte Datensatz" - mit einer kombinierten Gruppe von Personen. In unserem Beispiel entscheiden wir uns dafür, daß Cousin Bob's Datensatz "unverändert bleibt". Auf diese Weise werden sämtliche Datensätze in unserem originalen Datensatz miteinander vereinigt.

Auch hier sehen Sie, daß wir nach dem Verschmelzen immer noch beide Datensätze in der Datensatz-Verwaltung wiederfinden:

Datensatz-Verwaltung

Wie schon gesagt liegt dies auch hier darin begründet, so wie wir es in dem schematischen Diagramm ja schon gesehen haben, daß beide Datensätze erhalten bleiben. Nachdem Sie nochmals überprüft haben, daß alles so funktioniert hat, wie Sie es wollten, können Sie noch einmal zur Datensatz-Verwaltung zurückkehren, den Datensatz mit der Nummer 2 auswählen und anschließend die Löschen-Schaltfläche drücken, um diesen Datensatz damit endgültig zu entfernen.

Über die Datensatz-Verwaltung wird für uns jedoch nicht sichtbar, daß der Datensatz Nr. 1 jetzt eine Kopie sämtlicher Personen enthält, die auch im Datensatz mit der Nr. 2 enthalten sind. Dieses sehen wir erst dann, wenn wir uns einmal die Auswahlliste anschauen:

Erweiterte Auswahlliste

Hier stellen wir fest, daß jede einzelne Person aus Datensatz Nr. 2 zweimal erscheint. Sehen Sie sich zum Beispiel Mary Smith an. Einmal trägt sie die ID Nr. 1:2 - diese stammt aus unserem originalen Datensatz. Zugleich finden wir sie auch mit der ID Nr. 2:2 - diese stammt aus dem Datensatz Nr. 2, der wiederum aus den Daten von Cousin Bob stammt. Da wir jedoch beide Datensätze verschmolzen haben, wurde die Mary Smith aus dem Datenbestand von Cousin Bob jetzt auch noch in den Datensatz Nr. 1 kopiert, in dem sie nunmehr mit der ID Nummer 6 auftaucht. Sobald wir uns zudem auch die anderen Personen einmal näher anschauen, werden wir feststellen, daß auch diese Personen das gleiche Muster aufweisen, obgleich Cousin Bob für sie leicht abweichende Vornamen eingegeben hatte.

Kommen wir jetzt zu dem Schluß, der hier eigentlich auch auf der Hand liegt, daß es sich bei unserer Mary Smith und bei der Mary Smith von Cousin Bob um dieselbe Person handelt, dann können wir die ID Nr. 1:2 und die ID Nr. 1:6 verschmelzen, da sich beide in demselben Datensatz befinden. Es ist dagegen nicht möglich, sie mit der ID Nummer 2:2 zu verschmelzen, da Sie Personen in verschiedenen Datensätzen eben nicht miteinander verschmelzen können. Hiermit befasse mich in meinem Artikel über das Verschmelzen von Personen.

Potentielle Konflikte beim Verschmelzen von Datensätzen

Wenn Sie Datensätze verschmelzen möchten, bedeutet dies für TMG die Umsetzung eines in hohem Maße komplexen Prozesses. So muß TMG eben nicht nur einfach Personen, mit all ihren verbundenen Elementen und Quellen, von einem Datensatz in den anderen kopieren. Das Programm muß sich vielmehr auch noch mit dem Handling von möglicherweise verschiedenen Elementtypen, Quellen-Definitionen, Quellentypen und Quellenelementen -nebst vielen anderen "Problemen"- beschäftigen. Dem Anwender wird es daher wahrscheinlich leichter gelingen, das gewünschte Resultat zu erzielen, wenn er oder sie ein gewisses Verständnis für die damit verbundenen und abzuhandelnden Aufgabenstellungen hat.

Einige der wichtigsten, zu treffenden Abwägungen in diesem Zusammenhang beleuchte ich weiter unten. Das Ausmaß dessen, worauf sich diese Probleme in einer speziellen Situation auswirken können, hängt dabei ganz entscheidend von der Komplexität der zu verschmelzenden Daten ab. Solange beide Datensätze ausschließlich standardmäßige Elementtypen, Quellentypen oder dergleichen benutzen, existiert dieses Thema überhaupt nicht. Sogar wenn Sie einige dieser Dinge auf Ihre Bedürfnisse angepaßt haben, löst das Verschmelzen eines Datensatzes, der über den Weg eines Importes einer GEDCOM Datei ohne Quellenangaben in Ihren eigenen Datensatz erstellt worden ist, keinerlei Probleme aus. Dies setzt jedoch immer voraus, daß Sie den GEDCOM Datensatz mit Ihrem eigenen verschmelzen und in keinem Fall umgekehrt. Im krassen Gegensatz hierzu wird das Verschmelzen von zwei TMG-Datensätzen, bei denen extensiver Gebrauch von den umfangreichen, benutzerdefinierten Anpassungsmöglichkeiten gemacht wurde, die TMG bietet, die meisten Komplikationen mitsichbringen.

In der überwiegenden Anzahl der Fälle hängt das genaue Resultat, wann solche Konflikte auftreten, entscheidend davon ab, welcher Datensatz mit welchem verschmolzen wird. Im Folgenden verwende ich für die jeweiligen Datensätze die Umschreibungen "Der Sendende", "Der Empfangende" sowie "der Kombinierte":

Der Empfangende –
Der Datensatz, in den die Personen aus dem sendenden Datensatz während des Verschmelzens kopiert werden. Aus ihm wird anschließend der kombinierte Datensatz.
Der Sendende –
Der Datensatz, aus dem die Personen in den empfangenden Datensatz hineinkopiert werden, um anschließend daraus den kombinierten Datensatz zu erstellen. Dies ist derjenige Datensatz, der auch nach dem Verschmelzen "unverändert bleibt", d.h. so erhalten bleibt, wie er ist.
Der Kombinierte –
Derjenige Datensatz, der als Produkt des Verschmelzens entsteht und sämtliche Personen enthält, die zuvor in beiden Datensätzen -sowohl in dem Sendenden wie auch in dem Empfangenden- enthalten waren. Der empfangende Datensatz wird nach dem Verschmelzen automatisch zu dem kombinierten Datensatz.

Welcher Datensatz als der Sendende und welcher als der Empfangende definiert wird, steuert man über die Auswahl, die man in dem unteren Kästchen im Fenster "Projekte verschmelzen" vornimmt - so wie es der Screenshot oben zeigt.

Wann ist "Personen kopieren" besser als "Datensätze verschmelzen"?

In den vorangegangenen Abschnitten haben wir das Verschmelzen von zwei Datensätzen diskutiert. Diesen Weg werden Sie z.B. gehen, wenn Sie zwei Datensätze vereinen möchten, die Sie ursprünglich als separate Datensätze erstellt hatten. Oder den Sie auch gehen könnten, um von Dritten erhaltene Daten mit Ihren eigenen zu vereinigen. Wenn Sie jedoch zwei Datensätze miteinander verschmelzen, die eine große Anzahl derselben Personen enthalten, dann haben Sie am Ende sehr viele doppelte Personen, die Sie verschmelzen müssen - Stück für Stück und Eine nach der Anderen. Vielleicht möchten Sie ja auch nur einige wenige der Personen aus dem zweiten Datensatz miteinbeziehen. In diesem Fällen sollten Sie stets überlegen, ob es nicht sinnvoller sein kann, stattdessen lieber die Funktion "Person(en) kopieren" zu verwenden. Sie ermöglicht es Ihnen, nur ausgewählte Personen aus einem Datensatz in einen anderen zu kopieren. Dagegen bewirkt das Verschmelzen von Datensätzen stets, daß Jedermann zu dem empfangenden Datensatz hinzugefügt wird. Ich beschreibe die Funktion "Person(en) kopieren" in meinem Artikel über Kopieren und Übertragen von Personen.

Ist es immer gut, von Dritten erhaltene Daten mit den eigenen zu verschmelzen? Ein Leitgedanke.

In diesem Artikel habe ich als Beispiel einen Datensatz benutzt, der Daten, die ich von einem Cousin erhalten hatte, enthält. Hieran habe ich gezeigt, wie diese mit dem eigenen Datensatz verschmolzen werden konnten. Tatsächlich jedoch kann ich niemandem diese Vorgehensweise empfehlen.

Ich habe es dennoch als Beispiel angewandt, da es einfach ist und mir vor diesem Hintergrund sehr gut dafür geeignet erscheint, den Prozess als solchen transparent zu machen. Und natürlich auch, weil es sicherlich immer Anwender geben wird bzw. gibt, die genau das tun möchten, was in unserem Beispiel beschrieben wird. Es existieren natürlich sehr wohl einige gute Gründe dafür, Datensätze miteinander zu verschmelzen. Dies bezieht eben auch auf solche Datensätze, die man ursprünglich als getrennte Datensätze angelegt hat und die man jetzt doch miteinander vereinen möchte. Im Allgemeinen jedoch halte ich es für eine eher schlechte Vorgehensweise, wenn man Daten, die man von einem anderen Ahnenforscher bekommen hat, mit denen in seinem eigenen Datensatz verschmilzt.

Sie werden jetzt sicherlich fragen: "Warum denn das, auf einmal? Ist es denn nicht viel einfacher eine erhaltene Datei zu verschmelzen, als sämtliche Daten manuell einzugeben?" Einfacher in jedem Fall, aber meiner Meinung nach in keinem Fall besser. Und diese Meinung teilen neben mir auch noch andere erfahrene Anwender von TMG, die zu diesem Problem in der Email-Liste für TMG Anwender, TMG-L (nur in englischer Sprache), Stellung genommen haben. Einige der Gründe, warum ich es für besser halte, die Daten erneut zu erfassen anstatt "Datensatz verschmelzen" oder "Person(en) kopieren" zu verwenden, um eine erhaltene Datei mit seinem eigenen Datenbestand zusammenzuführen, sind:

Ich möchte jedoch nicht mißverstanden werden. Ich befürworte in keinem Fall, daß man alle Daten, die man von einem anderen Forscher erhält, selber manuell nochmals eingibt. Wie wir alle wissen, würde dies nicht nur eine Menge zusätzlicher Arbeit produzieren, sondern vielmehr auch eine Reihe neuer Fehler ermöglichen. Ich nutze stattdessen die Standardfunktionen von Windows "Kopieren und Einfügen", um Namen, Daten, Ortsbezeichnungen und andere Informationen aus den erhaltenen Aufzeichnungen an die jeweils passenden Stellen innerhalb von TMG zu übertragen. Dabei "korrigiere" ich sie gleichzeitig, damit sie zu meinem persönlichen Standard der Dateneingabe passen. Diese Technik des "Kopierens und Einfügens" funktioniert gleichermaßen gut, egal, ob die erhaltenen Daten aus einer Datei im Word-Format, im RichText-Format, einer GEDCOM Datei, einer Datei aus einem anderen Genealogieprogramm oder auch aus einem TMG Projekt stammen.

Sollten die erhaltenen Daten in irgendeiner Dateiform eines Genealogieprogramms vorliegen, dann importieren Sie sie oder Sie öffnen sie in TMG, vorzugsweise als ein separates Projekt. Anschließend öffnen Sie eine zweite Instanz von TMG, sodaß sich Ihr eigenes Projekt in der einen befindet und das erhaltene Projekt in der anderen Instanz von TMG. Ordnen Sie die beiden Kopien von TMG so an, daß Sie wenigstens jeweils Teile davon auf Ihrem Bildschirm sehen können. Jetzt können Sie die Windows Funktionen "Kopieren und Einfügen" völlig problemlos dafür benutzten, um die Daten aus dem erhaltenen Projekt in Ihr eigenes Projekt zu kopieren.


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