Terry's TMG Tips

Erstellung eines Merkmals "Beziehung"

Deutsche Veröffentlichung dieser Seite am 12. Okt. 2005

Versionshinweis: Gültig für die TMG Versionen 6 & 7.

Ahnenforscher scheinen sehr häufig "die unterschiedlichsten Personen" in ihren Datensätzen zu sammeln, obwohl diese Personen in keiner Weise mit den bekannten Familienmitgliedern verwandt sind. Es kann sich dabei um Personen mit einem Nachnamen, der von Interesse ist und in verschiedenen Aufzeichnungen aufgetaucht ist, handeln, die jedoch noch nicht mit den bekannten Linien der Familie in Verbindung gebracht werden konnten. Oder es handelt sich möglicherweise auch um Nachbarn bzw. weitere Personen, die über gemeinsame Ereignisse zueinander in Verbindung stehen. Vor diesem Hintergrund erscheint es durchaus gebräuchlich und naheliegend zu sein, daß der Ahnenforscher eventuell das Bestreben hat, die Personen mittels einem Merkmal besonders zu kennzeichnen.

Es erweist sich jedoch als weitaus schwieriger als zunächst vermutet, solche "nicht verwandten bzw. in keiner Beziehung zu dem Rest stehenden" Personen später erneut zu identifizieren. Sollten sie mit niemanden sonst innerhalb des Datensatzes, als Eltern und Kind oder Partner, irgendwie verknüpft sein, ist es möglich, einen Filter zu konstruieren, um sie ausfindig zu machen. Sehr oft jedoch handelt es sich vielmehr um "Familienfragmente" - kleine Gruppen von Personen also, die als Eltern oder Kinder oder mittels Heirat mit dem Rest in Verbindung stehen. Gehen wir von dieser Konstellation aus, dann ist es tatsächlich viel einfacher, alle anderen Personen ausfindig zu machen. Das sind dann all diejenigen, die miteinander verwandt sind. Sofern der Anwender ein Merkmal für alle Personen benutzt, die miteinander in "Beziehung" stehen, heißt dies gleichzeitig, daß alle "Übriggebliebenen" eben keine "Beziehung zu den übrigen Personen besitzen". Dieser Artikel beschäftigt sich damit, wie man ein solches Merkmal erstellt und es anschließend anwendet.

Ein sehr verbreiteter Einsatzbereich eines Merkmals wie dieses ist die Steuerung von Farben für Hervorhebungen. Vorschläge hinsichtlich einer Kombination aus der Anwendung eines Merkmals "Beziehung" mit anderen, um auf der einen Seite sowohl die Personen identifizierbar zu machen, die mit einer Ausgangsperson "in Beziehung stehen" und auf der anderen Seite auch diejenigen, die dies eben nicht tun, finden Sie in meinem Artikel über Hervorhebungen.

Was ist notwendig, um ein Merkmal "Beziehung" zu erstellen?

Es gibt drei grundlegende Schritte hinsichtlich der Erstellung und der anschließenden Verwendung eines solchen Merkmals:

  1. Erstellung eines Merkmals (lesen Sie bei Bedarf meinen Basis-Artikel über Merkmale, um ein besseres Verständnis der Grundlagen eines Merkmals zu erhalten). Nachfolgend beschreibe ich, wie man ein Merkmal "Beziehung" erstellt.
  1. Setzen Sie dieses Merkmal für jede Person Ihres Datensatzes. Während Sie dies theoretisch natürlich auch manuell erledigen könnten, außer Sie kennen sämtliche Ihrer "nicht verbundenen" Personen eigentlich schon, wäre dies nicht nur eine überaus ermüdende sondern auch eine fehleranfällige Vorgehensweise. Die weiter unten beschriebene Methode hat sich dagegen im "Tagesgeschäft" als wesentlich praxisnäher erwiesen.
  1. Behalten Sie den Gebrauch des Merkmals auch für alle neuen Personen bei, die Sie Ihrem Datensatz hinzufügen. Sie könnten dies natürlich auch unterlassen und das Merkmal bzw. seine Einstellungen - unter Anwendung der ursprünglich genutzten Methode - jederzeit erneut erstellen, sobald Sie finden, daß zwischenzeitlich genügend neue Personen hinzugekommen sind, die eine Überprüfung rechtfertigen. Ich persönlich vertrete jedoch die Ansicht, daß es viel einfacher und viel nützlicher ist, das Merkmal sofort dann für jede Person zu setzen, wenn man sie eingibt. Der einfachste Weg dies zu bewerkstelligen ist es, das "Beziehung" Merkmal dem Fenster "Person hinzufügen" hinzuzufügen. Klicken Sie im Fenster "Person hinzufügen" auf die Schaltfläche "Einrichten", gehen Sie dann zu dem Reiter "Merkmale" und ergänzen das Merkmal. Jetzt können das Merkmal ganz einfach unmittelbar dann setzen, sobald Sie diese Person erfassen.

Erstellung eines Merkmals

Das eigentliche Erstellen eines Merkmals ist ziemlich simpel. Dies sind die notwendigen Schritte:

Damit Sie bei jeder Person die gesetzten Werte für die verschiedenen Merkmale auch sehen können, oder um diese vielleicht manuell verändern zu können - nachdem die Daten einer Person geprüft worden sind - müssen Sie das Fenster "Merkmale" öffnen. Dieses Fenster ist in dem Standard-Layout nicht unmittelbar geöffnet. Sie öffnen es, indem Sie entweder auf die Schaltfläche für das "Merkmale" Fenster in der Symbolleiste klicken – – oder Sie verwenden hierfür das Menü Fenster > Merkmale. Wenn Sie möchten, daß es stets geöffnet bleibt, verändern Sie die Größe einiger anderer Fenster, um dafür auf Ihrem Bildschirm Platz zu schaffen. Anschließend speichern Sie das neue Layout. Um ein Layout zu speichern, klicken Sie alternativ auf die Schaltfläche "Benutzerdefiniertes Layout speichern" in der Symbolleiste – – oder Sie verwenden das Menü Ansicht > Layouts > Layout-Verwaltung, um die Layout-Verwaltung zu öffnen. Geben Sie Ihrem Layout einen Namen und klicken Sie auf "Speichern".

Setzen des Merkmals bei vorhandenen Personen

Sollte Ihr Datensatz nur eine sehr kleine Anzahl von nicht in "Beziehung" stehenden Personen enthalten, von denen Sie zudem verbindlich wissen, um welche es sich handelt, dann können Sie das Merkmal selbstverständlich für jede dieser Personen individuell setzen. Für die meisten Anwender wird dies jedoch eine erschreckende Aufgabe sein. Glücklicherweise ist der Berichtstyp "Liste der Personen" über seine Fähigkeit, seine Sekundäre Ausgabe dafür einzusetzen, Merkmale bei Personen zu setzen, die in den Bericht mit einbezogen werden sollen, in der Lage, diesen Job sogar für sehr große Datensätze ziemlich zügig zu erledigen. Voraussetzung hierfür ist jedoch die Verwendung geeigneter Filter, um die richtigen Personen für jeden einzelnen Schritt auszuwählen.

Die Basisidee besteht darin, den Wert für das Merkmal auf "Y" zu verändern - und zwar zunächst für eine Ausgangsgruppe von Personen, von denen verbindlich bekannt ist, daß sie in "Beziehung" zueinander stehen. In einer darauf folgenden Serie von Wiederholungen des eigentlichen Vorgangs finden Sie zusätzlich andere Personen heraus, die mit ihnen über Bluts-Verwandtschaften oder Heirat verbunden sind und ändern deren Merkmal-Werte ebenso. Dies wird solange wiederholt, bis keine weiteren "verbundenen" Personen mehr gefunden werden können. Um dies zu tun, sind die folgenden Schritte notwendig:

  1. Öffnen Sie die Berichts-Definition des Berichtstyps "Liste der Personen" (über Berichte > Liste der .... > Personen).
  1. Klicken Sie auf die Schaltfläche "Optionen..." und in dem Fenster "Berichts-Optionen" gehen Sie nun zu dem Reiter "Sekundäre Ausgabe". Hier wiederum setzen Sie ein Häkchen bei "Merkmal ändern", wählen Ihr Merkmal "Beziehung" aus und ändern anschließend den Wert in dem nächsten Feld auf "Y" (Yes / Ja).
  1. Um zu vermeiden, daß Sie darauf warten müssen, daß die aktuelle Liste der Personen jedesmal sichtbar erstellt wird, könnten Sie sich dafür entscheiden, ein Häkchen bei der Option "Ausgabe nach Bildschirm, Datei .... unterdrücken" zu setzen. Sollte Ihnen daran gelegen sein, die in jedem Schritt ausgewählten Personen kurz anzuschauen, dann setzen Sie dieses Häkchen bitte nicht. In beiden Fällen klicken Sie nunmehr auf OK, um das Fenster "Berichts-Optionen" zu schließen.
  1. Sofern Sie kein Häkchen bei "Ausgabe nach Bildschirm, Datei …. unterdrücken" gesetzt haben, überprüfen Sie zur Sicherheit bitte unbedingt, daß als Auswahloption für "Ausgabe nach" "Bildschirm" gewählt wurde.
  1. Als "Proband(en) des Berichts" treffen Sie die Auswahl "Filtergruppe" und klicken danach auf die Schaltfläche "Hinzufügen" unterhalb des Feldes für den Namen der Filtergruppe.
  1. In dem Fenster "Berichts-Filter" erstellen Sie jetzt den folgenden einfach strukturierten Filter, indem Sie von den unterschiedlichen Auswahllisten (zum Öffnen bitte auf die nach-unten-zeigenden Pfeile klicken) Gebrauch machen und dann die ID-Nummer jeder Person eingeben, die ein Teil der in "Beziehung" stehenden Familienlinie ist. Oder Sie benutzen die Fernglas-Schaltfläche, um deren ID-Nummern über die Auswahlliste auszuwählen.
    Feld
    Teilfeld
    Operator
    Wert
    Verbinden
    ID Nummer
    = gleich
    123
    ENDE

    Im unteren Bereich dieses Fenster unter "Und füge dann hinzu ihre" setzen Sie jetzt ein Häkchen in den Kästchen bei Partner, Ahnen und Nachkommen. Den Wert für die zu berücksichtigenden Generationen wählen Sie ein wenig höher als die gesamte Anzahl in Ihrem Datensatz. Denken Sie daran, daß der Filter gepaart mit den Optionen "Und füge dann hinzu ihre" sämtliche Ahnen und Nachkommen der selektierten Person definiert - darüber hinaus auch seine oder ihre Partner. Klicken Sie jetzt OK, um den Filter zu speichern und um zum Fenster "Berichts-Definition" zurückzukehren.

  2. Betätigen Sie hier die Schaltfläche "Drucken&Speichern", damit der Bericht "gedruckt" wird und speichern Sie die Berichts-Definition. Wenn Sie die Option aus Schritt 3 "Ausgabe nach Bildschirm, Datei …. unterdrücken" gewählt haben, werden Sie direkt mit der Frage nach der gewünschten Veränderung des Merkmals konfrontiert. Falls Nein wird Ihnen der Bericht zunächst angezeigt. Sollte dies der Fall sein, schließen Sie ihn wieder - nachdem Sie einen kurzen Blick darauf geworfen haben - und nun wird die Frage nach einer gewollten Veränderung des Wertes für das Merkmal angezeigt. In beiden Fällen klicken Sie auf Yes und anschließend auf NO bei der Frage, ob Sie das Datum der letzten Bearbeitung ebenfalls verändern möchten. Sie haben soeben eine Ausgangs-Gruppe vorübergehend mit "Y" markiert - was gleichbedeutend ist mit "sind zueinander in Beziehung stehende Personen".
  1. Nun beginnen wir mit der Suche nach weiteren solcher Personen. Öffnen Sie hierzu wiederum den Bericht "Liste der Personen" und klicken dann auf "Bearbeiten" unterhalb des Feldes für den Namen der Filtergruppe. Verändern Sie die Bedingungen für den Filter wie folgt:
Feld
Teilfeld
Operator
Wert
Verbinden
Beziehung
= gleich
Y
ENDE

Weiter unten behalten Sie die Bedingungen für "Und füge dann hinzu ihre" unverändert bei. Besonders hinweisen möchte ich an dieser Stelle darauf, daß dieser Filter zunächst alle Personen, die in dem vorangegangenen Schritt mit "Y" markiert worden sind, sammelt und darauf folgend der Ausdruck "Und füge dann hinzu ihre" dafür sorgt, daß alle Partner, Ahnen oder Nachkommen, die bislang noch nicht identifiziert wurden, zu der Gruppe ergänzt werden. Klicken Sie auf OK und speichern den Filter. Auf die anschließende Frage "Sind Sie sicher?" antworten Sie mit Yes bzw. Ja.

  1. Klicken Sie auf "Drucken&Speichern" und schließen Sie den Bericht, falls Sie seine Ausgabe nicht ohnehin unterdrückt haben. Lassen Sie zu, daß die Werte des Merkmals verändert werden. Im Ergebnis haben Sie gerade eine weitere Gruppe von in "Beziehung" stehenden Personen mit "Y" markiert, und zwar in Ergänzung zu den bereits früher entsprechend markierten Personen.
  1. Wir fahren damit solange fort "zueinander in Beziehung stehende Personen" hinzuzufügen, bis keine weiteren mehr existieren. Öffnen Sie den Bericht "Liste der Personen" erneut, wobei Sie die bisherigen Einstellungen beihalten, dann auf "Drucken&Speichern" klicken und zulassen, daß der Wert für das Merkmal verändert wird. Beobachten Sie die Anzeigen in dem Fenster "Filter-Fortschritt", während der Filter ausgeführt wird, aufmerksam - insbesondere die drei Zeilen an dessen unterem Ende mit den Bezeichnungen "Plus Partner", "Plus Ahnen" sowie "Plus Nachkommen". Diese informieren Sie darüber, wieviele in "Beziehung" stehende Personen bei diesem Durchlauf des Berichtes Ihrer Filtergruppe hinzufügt worden sind. Wiederholen Sie diesen Schritt solange bis die Anzahl der Personen in jeder dieser drei Zeilen gleich Null ist. Die notwendige Anzahl der erforderlichen Durchläufe hängt davon ab, wieviele Verknüpfungen der unterschiedlichen Linien mittels Heirat in dem Datensatz vorhanden sind. Sollten Sie bzw. die Personen in Ihrem Datensatz also viele umfangreiche Verknüpfungen besitzen, dann ist es durchaus möglich, daß auch viele Durchläufe notwendig sind.

Sobald jedoch die Anzahl der hinzugefügten Personen Null erreicht, haben Sie es geschafft. Jetzt sind sämtliche Personen mit einem "Y" für das Merkmal "Beziehung" versehen, die auf irgendeine Weise mit Ihrer Haupt-Familienlinie - mittels Eltern / Kind Beziehung oder Heirat - verknüpft sind. Alle anderen Personen sind nun mit einem "N" bezogen auf dieses Merkmal versehen worden.

Das "Kleingedruckte" zu dieser Methode

Dieser Prozess behandelt "Beziehung" als irgendeine Art von bestehender Blutsverwandtschaft, oder als irgendeine Reihe von Heiraten - unabhängig davon wie weitläufig. Daraus folgt, wenn ein Cousin(e) jemanden geheiratet hat und diese Person über eine(n) Verwandte(n) in Ihrem Datensatz verfügt, die / der wiederum irgendjemanden Drittes geheiratet hat, daß dann auch diese letztgenannte, dritte Person als "eine in Beziehung stehende Person" angesehen wird.

Der Vorgang benutzt irgendeine Art von Eltern / Kind Beziehung oder Heirat, die als "Primär" markiert worden ist. Sollten in Ihrem Datensatz also adoptierte oder andere Kinder vorhanden sein, die eine Eltern / Kind Beziehung zu einer als primär markierten, verwandten Person aufweisen, dann wird auch das adoptierte Kind als "verbunden" angesehen werden. Existiert dagegen keine primäre Eltern / Kind Beziehung, werden sie nicht eingeschlossen. Wenn Ihre Daten solche Fälle enthalten, dann sollten Sie einmal überlegen, ob Sie den primären Status dieser Elemente nicht ändern möchten, oder das Merkmal "Beziehung" nicht manuell anpassen wollen. Dadurch könnten Sie sicherstellen, daß Sie Ihre gewünschten Ergebnisse auch wirklich erzielen.


Terry's Tips Home
Kontakt zu Terry
(bitte nur in Englisch)
Kontakt zu Vera
(für deutsche Nachrichten)

 

Copyright 2000-2009