Terry's TMG Tips

TMG Basiskonzept

Merkmale - das "etwas andere Element"

Deutsche Veröffentlichung dieser Seite am 6. Jun. 2005.

Versionshinweis: Gültig für alle Versionen.

Bereits im ersten Teil dieser Artikelserie habe ich die Metapher eines Ringbuches genutzt, das Seiten mit kleinen Haftzetteln darauf enthält, um einige Grundlagen darüber näher zu beleuchten, wie TMG mit Basisdaten, die wir über Personen in das Programm eingeben, umgeht. In jenem ersten Artikel hatte ich, daß nachdem einer Person eine ID Nummer zugewiesen wurde, kühn behauptet: "Alles, was Sie jetzt zu einer Person erfassen möchten, erledigen Sie über das Hinzufügen von Elementen. Vollständig alles!" Aber erinnern Sie sich bitte, "im Kleingedruckten" hatte ich bereits darauf hingewiesen, daß es auch hier die berühmte Ausnahme von der Regel gibt - die Merkmale. In diesem Artikel greifen wir nunmehr unsere Ringbuch Metapher wieder auf, um diese Ausnahme näher zu untersuchen.

Definition von Merkmalen

Merkmale sind Werkzeuge, um sehr einfache, kleine Informationsteile über eine Person zu speichern. Tatsächlich enthalten die Merkmale oftmals nur einen einzigen Buchstaben. Das Merkmal "SEX" zum Beispiel kann die Werte M, F und ? enthalten. Und jetzt stellen Sie sich im Gegenzug die meisten anderen Elemente vor: Diese können, wie wir bereits gesehen haben, wesentlich mehr Informationen enthalten - ein Datum, Ortsinformationen, einen ergänzenden Hinweis oder eine Notiz, das Zitat einer Quelle und auch Verknüpfungen mit anderen Personen.

Das Fenster "Merkmale" ist in TMG nicht automatisch -als Standardvorgabe des Programms- geöffnet. Damit die Merkmale angezeigt werden, öffnen Sie dieses Fenster, indem Sie auf die entsprechende Schaltfläche in der Symbolleiste klicken – flag icon – oder Sie benutzen das Menü Fenster > Merkmale.

In unserer Metapher haben wir definiert, daß Elemente von kleinen Haftzetteln dargestellt werden, auf deren wir verschiedene Arten von Informationen vermerken können. Ein Merkmal stellen wir dagegen durch einen jener farbigen, kleinen Klebepunkte dar, die einen Durchmesser von zirca 1 cm haben. Sie begegnen uns manchmal auf Flohmärkten, wo sie dazu genutzt werden, verschiedene Warenpreisgruppen anzuzeigen. Auf ihnen ist gerade genug Platz, um einen einzelnen Buchstaben, eine Zahl oder ein anderes Zeichen darauf zu vermerken.

Zwei Personenseiten mit Merkmalen
Zwei Personenseiten mit Merkmalen
Zwei Personenseiten mit Merkmalen

Hinzufügen von Merkmalen

Merkmale unterscheiden sich auch dadurch von Elementen, wie wir sie zu einer Person hinzufügen. Oder noch besser gesagt, daß wir dies eben nicht individuell und völlig frei tun können. Erinnern Sie sich noch daran: Sie können jedes Element jederzeit zu einer Person hinzufügen und es auch wieder löschen. Hier gilt dagegen: Jede Person in unserem Datensatz hat immer die gleichen Merkmale. Sie "fügen" einer Person also keine Merkmale hinzu. Sie verändern vielmehr nur deren Wert. Dieses bezeichnet man als das "Setzen" von Merkmalen. Das Merkmal "Living" einer Person, zum Beispiel, können Sie von ? oder Y auf N ändern, wenn Sie erfahren haben, daß die Person verstorben ist.

Als Ergänzung zu den bereits erwähnten sieben Standard-Merkmalen können Sie benutzerdefinierte Merkmale verwenden. Aber denken Sie daran, wenn Sie dies tun, dann werden auch diese von Ihnen hinzugefügten Merkmale zu jeder einzelnen Person, die sich in Ihrem Datensatz befindet, hinzugefügt. Um dies in unserer Metapher abzubilden, müssen wir zunächst jeweils sieben farbige Punkte auf jede Personenseite kleben. Diese 7 Punkte repräsentieren die Standard-Merkmale. Gleichzeitig fügen wir sie auch unserem Bestand an z.Z. noch weißen, unbenutzten Seiten in unserem Ringbuch hinzu. Damit stellen wir sicher, daß sie auch bei allen neuen Personen erscheinen, die wir möglicherweise später noch hinzufügen wollen.

Lassen Sie uns jetzt ein benutzerdefiniertes Merkmal ergänzen. Am besten nehmen wir das beliebte Merkmal "Geprüft". Es kann uns hervorragende Dienste leisten, wenn es darum geht, diejenigen Personen im Auge zu behalten, deren Daten im Rahmen einer systematischen Bereinigungsaktion des Datenbestandes, bereits überprüft wurden (Details lesen Sie bitte in meinem Artikel Importieren nach). Um dies in unserer Metapher zu tun, fügen wir jeder Personenseite einen farbigen Klebepunkt hinzu, der dieses neue Merkmal darstellt. Natürlich vergessen wir auch die z.Z. noch freien, unbenutzten Seiten in unserem Ringbuch nicht. Hier gilt ebenfalls: Jedes Merkmal, das wir ergänzen, bezieht sich auf jedes Individuum in unserem Datensatz.

Jedes Merkmal, gleichgültig ob es Standard oder Benutzerdefiniert ist, hat einen vorgegebenen Wert. Hierbei handelt es sich um den Wert, den das Merkmal solange hat, bis wir ihn verändern. Wieder ein Blick auf unsere Metapher: Nachdem wir einen farbigen Punkt, der unser neues, benutzerdefiniertes Merkmal darstellt, auf unsere Seiten geklebt haben, notieren wir hierauf den Vorgabewert für unser Merkmal. Im Falle unseres Merkmals "Geprüft" könnte dies ein N für "Nein" oder "Nicht geprüft" sein.

Innerhalb von TMG fügen Sie ein benutzerdefiniertes Merkmal über die Merkmal-Verwaltung, die Sie über das Menü "Datei" erreichen, hinzu. Während Sie ein neues Merkmal erstellen, legen Sie seinen Namen fest und ganz wichtig (!), auch die zulässigen Werte für dieses Merkmal. Unser Merkmal "Geprüft" soll nur die Werte für N und Y erlauben. Für Merkmale, die Sie mit einer ganz anderen Zielsetzung anlegen, können Sie natürlich auch viel mehr zulässige Werte bestimmen. Wenn Sie dann dieses Merkmal für irgendeine Person setzen, können Sie Ihre Auswahl aus den zulässigen Werten für dieses Merkmal beliebig treffen. Es ist dagegen nicht möglich, einen Wert einzugeben, der bei der seinerzeitigen Definition des Merkmals nicht spezifiziert wurde.

Der erste Wert, der bei der Definition eines Merkmals festgelegt wird, ist immer der spätere Vorgabewert. Für jede Person in ihrem Datensatz wird dieser Wert für das Merkmal automatisch vorgegeben - und zwar bereits dann, wenn Sie das neue Merkmal anlegen. Auch bei Personen, die Sie Ihrem Datensatz erst später hinzufügen, trägt das Merkmal genau diesen Wert. Dies ändert sich solange nicht, bis Sie die Vorgabe auf einen anderen Wert verändern.

Standard-Merkmale

Einige der Standard-Merkmale haben in TMG (zusätzlich) eine besondere Bedeutung. Die nachfolgende Tabelle enthält die Standard-Merkmale und erläutert ihre Verwendung:

Name
Werte
Bedeutung

Sex

?, F, M

Steuert das Geschlecht der Person. Einsatz: a) in erzählenden Berichten, um das "Geschlecht" der Pronomen festzulegen; b) durch Elternteil / Kind-Elemente, um das Geschlecht sowohl des Elternteils wie auch das des Kindes festzulegen.

Living

?, N, Y

Wird eingesetzt, um die Ausgabe für Berichte und beim Datenexport zu steuern, wenn die Option "Details lebender Personen unterdrücken" genutzt wird; außerdem für die Anzeige des Alters in einem Feld in der oberen rechten Ecke der Personenansicht (wurde das Merkmal auf N gesetzt, dann wird "verst." angezeigt).

Birth Order

?, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10...

Kann eingesetzt werden, um die Sortierreihenfolge von Kindern zu steuern, wenn keine Geburtsdaten eingegeben wurden. Das Merkmal sollte nicht genutzt werden, wenn die entsprechenden Daten bekannt sind. Dies ist das einzige Merkmal, das die Eingabe zweistelliger Werte erlaubt.

Multiple Birth

?, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9

Wird benutzt um Mehrfach-Geburten zu markieren. Hat keine spezielle Funktion in TMG.

Adopted

?, N, Y

Kann zur Kennzeichnung adoptierter Kinder verwandt werden. Hat keine spezielle Funktion in TMG.

Ancestor Interest

0, 1, 2, 3

Diese beiden Merkmale waren ursprünglich dafür gedacht, den Grad des Interesses - bezogen auf weitere Nachforschungen - an Verwandten anzuzeigen. Sie wurden auf Vorschlag professioneller Ahnenforscher eingeführt, ohne jedoch jemals nennenswerte Bedeutung zu erlangen. Meiner Meinung nach sollten sie in der Merkmale-Verwaltung auf "Deaktiviert bzw. Disable" gesetzt werden, damit sie in dem Merkmale Fenster erst gar nicht erscheinen.

Descendant Interest

0, 1, 2, 3

Standard-Merkmale können im Gegensatz zu benutzerdefinierten Merkmalen nicht umbenannt werden. Auch die bei ihnen hinterlegten, zulässigen Werte können nicht verändert werden.

Das Setzen von Merkmalen in TMG

Wie wir bereits festgestellt haben, besitzt jedes Merkmal einen bestimmten Vorgabewert. Und sobald Daten zu einer neuen Person eingegeben werden, werden normalerweise auch die Werte für alle Merkmale zu dieser Person auf eben jene Vorgabewerte gesetzt. In einigen Fällen setzt TMG gleich zwei Merkmale automatisch. Wenn es bereits im Rahmen der Dateneingabe zu einer Person geschlechtsspezifische Hinweise bezogen auf diese neue Person gibt, daß diese mit einer bereits existierenden Person verwandt ist, dann setzt TMG das Merkmal "SEX" entsprechend. Ein Beispiel: Liefern Sie einen Hinweis, daß es sich bei der neuen Person um eine Tochter handelt, wird TMG deren Merkmal "SEX" auf den Wert F setzen. Auf der anderen Seite müssen Sie das Merkmal "SEX" immer manuell setzen, wenn ein Geschlecht nicht eindeutig bestimmt werden kann; zum Beispiel, wenn Sie eine "nicht verwandte" Person hinzufügen. Dies tun Sie entweder in dem Bildschirm "Person hinzufügen" oder in "Merkmal bearbeiten".

TMG setzt das Merkmal "Living" automatisch auf N, wenn Sie ein Element "Tod" anlegen, oder wenn Sie ein Element "Geburt" hinzufügen, das ein Datum enthält, welches darauf hinweist, daß diese Person die "Vermutete maximale Lebensspanne", die Sie in den Programmeinstellungen zuvor festgelegt haben, bereits überschritten hat.

Sie haben die Möglichkeit den Wert jedes Merkmals über das Fenster "Merkmal bearbeiten", das Sie über das Fenster "Merkmale" erreichen, zu ändern. Darüber hinaus können Sie auch "Einrichten" in dem Fenster "Person hinzufügen" nutzen, um Merkmale automatisch in "Person hinzufügen" einzuschließen. Ziel hierbei ist es, diese Merkmale für eine Person bereits zu setzen, wenn Sie personenbezogene Informationen in den Datensatz eingeben.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten die Werte eines Merkmals für viele Personen gleichzeitig in einem einzigen Arbeitsgang verändern. Dann können Sie hierzu den Berichtstyp "Liste der Personen" verwenden, um den Wert eines Merkmals für all jene Personen enbloc zu ändern, die den von Ihnen festzulegenden Bedingungen entsprechen. Dieses Verfahren macht es dem Anwender relativ leicht, nützliche Merkmale zu erstellen und diese dann einer großen Anzahl von Personen aufeinmal, binnen kurzer Zeit zuzuweisen. Mein Artikel über Filter enthält weitere Informationen darüber, wie man hier am besten vorgeht. Weitere benutzerdefinierte Beispiele dieser Applikation beschreibe ich ferner in meinen Artikeln über die Erstellung des Merkmals "Art der Verbindung" (z.Z. nur in Englisch) sowie die Erstellung des Merkmals "Besondere Beziehung".

Wozu braucht man Merkmale sonst noch?

Als Ergänzung zu den oben bereits beschriebenen speziellen Funktionen, die einigen Standard-Merkmalen anhaften, können selbstverständlich alle Merkmale auf unterschiedlichste Art und Weise genutzt werden. Natürlich ist es Ihnen möglich, Informationen einfach in dem Merkmal aufzuzeichnen. Diese sehen Sie dann im Fenster "Merkmale" für die aktuelle Person. Aber Achtung: die in Merkmalen enthaltenen Informationen stehen für eine Ausgabe in den meisten Berichtstypen nicht zur Verfügung.

Merkmale werden jedoch meistens nur zur Erfüllung von zwei Zielen verwandt. Bei dem ersten davon handelt es sich darum, die Farbe für Hervorhebungen zu steuern. Dies ist die Farbeinstellung, die den Personen zugewiesen werden kann - und zwar für die Fenster: Details, Geschwister, Kinder, den Projekt Explorer sowie der Erweiterten Auswahlliste. Mein Artikel über Hervorhebungen enthält weiterführende Informationen hierzu. Das zweite Ziel, für das Merkmale gerne benutzt werden, besteht darin, Personen für verschiedene Aufgabenstellungen zu selektieren. So können zum Beispiel sowohl der Projekt Explorer wie auch die Auswahlliste so gefiltert werden, daß sie nur noch diejenigen Personen anzeigen, bei denen spezifische Merkmale gesetzt wurden. Ihre Absicht kann ja zum Beispiel darin bestehen, daß Sie nur Personen anzeigen lassen wollen, die als "lebend" gekennzeichnet wurden, oder die ein Drilling sind, oder die ein anderes spezielles benutzerdefiniertes Merkmal tragen. Außerdem können Sie Merkmale auch dafür verwenden, zu steuern, wer in einen Export in eine GEDCOM Datei einbezogen wird und wer eben nicht. Viele Programmfunktionen besitzen Filter-Optionen, die auf Merkmalen basieren. Es sind ziemlich komplexe Filter möglich. Wie meistens würde allerdings die Beschreibung sämtlicher Einzelheiten, wie man so etwas am besten macht, den Umfang dieses Artikels bei weitem sprengen.

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