Letzte Aktualisierung dieser Seite am 18. Mai 2006.
Versionshinweis: Gültig für die TMG Versionen 6 & 7
TMG verwendet ein System von Quellenelementen und Ausgabe-Vorlagen und verfügt damit über ein sehr mächtiges und zugleich flexibles Werkzeug zur Aufzeichnung wie auch zum Ausdruck von Informationen bezogen auf Ihre Quellenangaben. Dieser Artikel untersucht zum einen wie diese Werkzeuge arbeiten und beschäftigt sich zum anderen mit einigen Möglichkeiten ihrer benutzerdefinierten Anpassung, damit sie genau Ihren Vorstellungen entsprechen.
Zunächst ist es ganz wesentlich zu wissen, worum es sich bei einem Quellenelement überhaupt handelt. Alles in allem ist es nur ein einfaches Feld (ein Ort), in dem wir verschiedene Informationen über eine Quelle erfassen. Es kann z. B. den Namen des Autors einer Quellenangabe oder auch ihren Titel enthalten. Es kann aber auch den Namen des Probanden einer Geburtsurkunde wiedergeben oder auch das Erscheinungsdatum eines Buches.
Die meisten Quellenelemente erscheinen in dem Reiter "Ergänzend" des Fensters "Quellen-Definition", einschließlich all jener die ich oben bereits erwähnt habe. Einige jedoch findet man anderenorts:
Das [Kommentar] Element befindet sich im Reiter "Anhänge" des Fensters "Quellen-Definition".
Elemente, die sich auf Standorte (den Ort, an dem eine Quelle aufgefunden werden kann) beziehen, sehen wir im Fenster "Standort-Definition", oder alternativ im Fenster "Standort-Verknüpfungs-Eintrag", auf das wir über den Reiter "Anhänge" Zugriff haben und über den der Standort mit der Quellenangabe verknüft wird.
Das Element Quellenangaben-Detail, [CD], das Element Quellenangaben-Notiz [CM], wie auch das Element Quellenangaben-Referenz , [CREF], werden überhaupt nicht im Rahmen der Quellen-Definition erfaßt. Sie sind vielmehr Teil einer jeden Quellenangabe, bei der eine Quelle an ein Element "angehängt" wird. Sie erscheinen im Fenster "Quellenangabe".
Bei einem Quellenelement handelt es sich um einen Spezialfall: nämlich bei [TITLE]. Dieses wird von einigen aber nicht von allen Quellentypen als Teil der Ausgabe benutzt. Zusätzlich wird es auch in der erweiterten Version der Zentralen Quellenliste angezeigt. Hier wird es dazu verwendet, Quellenangaben zu identifizieren. Vor diesem Hintergrund ist es also durchaus nützlich, in dieses Element etwas einzugeben, auch wenn es im Rahmen der Ausgabe gar nicht benutzt wird.
Bei einer Ausgabe-Vorlage für eine Quellenangabe handelt es sich um eine ganzes Bündel von Instruktionen an das Programm, wie es die Daten, die Sie in Ihren Quellenelementen erfaßt haben, innerhalb von Fussnoten oder Endnoten arrangieren soll. Als Beispiel wollen wir uns einmal die standardmäßige Vorlage für eine vollständige Fussnote für Book (Authored) näher anschauen:
[AUTHOR], [ITAL:][TITLE][:ITAL] ([PUBLISHER ADDRESS]: [PUBLISHER], [PUBLISH DATE])<, [CD]><. Hereinafter cited as [ITAL:][SHORT TITLE][:ITAL]>.
Jetzt wollen wir das Ganze einmal "dekodieren" und uns damit befassen, "was es dem Programm sagt", was dieses tun soll. Zuerst weist es das Programm an, den Namen des Autors aus dem Quellenelement [AUTHOR] einzufügen und dann ein Komma zu setzen. Dann sagt es, daß der Titel aus dem Quellenelement [TITLE] in Kursivschrift (ITAL / Englisch: Italics) eingefügt werden soll. Als nächstes sollen aus den entsprechenden Quellenelementen hinzugefügt werden: die Adresse des Verlegers, ein Doppelpunkt, der Name des Verlegers, ein Komma und dann das Erscheinungsdatum - bis hierher dieses alles in Klammern, d.h. "Klammer auf" vor der Adresse des Verlegers und "Klammer zu" nach dem Erscheinungsdatum. Dann kommen hinzu: (sofern ein Quellenangaben Detail vorhanden ist) ein Komma und dann die jeweiligen Details aus dem Quellenelement [CD]. Ganz zum Schluß sollen eingefügt werden: (sofern eine Eingabe in dem Quellenelement [SHORT TITLE] existiert) ein Punkt gefolgt von der Redewendung "Hereinafter cited as" / "Hierin nachfolgend zitiert als" - diese wiederum gefolgt von dem Short-Title in Kursivschrift (ITAL / Englisch: Italics).
Rufen wir uns die Details nochmals ins Gedächtnis zurück: bei den Angaben in rechteckigen Klammern, z. B. [AUTHOR], handelt es sich um die Namen der Quellenelemente. Die Angaben in den eckigen Klammern die zugleich auch Doppelpunkte enthalten, sind Codes für spezielle Schriftarten, wie zum Beispiel [ITAL:] (Deutsch: Kursivschrift). Die spitzen, eckigen Klammern ("<" und / oder ">") nennt man bedingungsabhängige Klammern. Diese weisen das Programm an, alles das was in sie eingeschlossen ist zu ignorieren, sofern das einbezogene Quellenelement keine Eingaben enthält - also leer ist. Immer dann, wenn das Quellenelement leer ist und der Anwender keine bedingungsabhängigen Klammern einsetzt, wird in der Ausgabe ein Ausdruck wie "Unbekannte Person" (Englisch: An Unknown Person) erscheinen, und zwar genau an der Stelle, an der sonst die Daten aus dem jeweiligen Quellenelement eingefügt worden wären.
Jede Quellen-Definition besitzt drei verschiedene Ausgabe-Vorlagen:
Die Vorlagen für Fussnoten werden entweder für Fussnoten oder aber auch für Endnoten eingesetzt, jenachdem was Sie in der Berichts-Definition festgelegt haben.
TMG wird bereits mit einer ganzen Reihe von Quellentypen ausgeliefert. Dabei besitzt jede einzelne von ihnen ihren eigen Satz von Ausgabe-Vorlagen. Diese mitgelieferten Vorlagen können Sie so benutzen wie sie sind, um viele der Quellen, auf die Sie treffen werden, überaus zufriedenstellend aufzuzeichnen. Trotzdem sollte es mich überhaupt nicht wundern, wenn Sie zu dem Schluß kommen, daß manche Ihrer Quellenangaben gar nicht gut in die Standardvorlagen passen. Oder aber Sie wollen, daß Ihre Quellen irgendwie anders wiedergegeben werden, als es die Standardvorlagen unterstützen. TMG unterstützt drei verschiedene Anpassungsebenen für diese Ausgabe-Vorlagen:
Erstellung eines benutzerdefinierten Quellenstyps - hier wird nun ein vollständig neuer Quellentyp angelegt, der über seine eigenen standardmäßigen Ausgabe-Vorlagen verfügt. Anschließend haben Sie die Möglichkeit bereits vorhandene Quellenangaben auf diesen neuen Quellentyp zu verändern. Selbstverständlich können Sie ihn auch benutzen, wenn Sie neue Quellen anlegen sollten. Details finden Sie bei Bedarf in meinem Artikel Erstellung von benutzerdefinierten Quellentypen.
Es spielt überhaupt keine Rolle, ob Sie eine Ausgabe-Vorlage nur für eine individuelle Quellenangabe ändern wollen, oder gar einen Quellentyp. Sie geben immer einfach die Veränderungen ein, die Sie vornehmen möchten, und zwar in irgendeiner oder auch in sämtlichen Ausgabe-Vorlagen:
Der etwas trickreiche oder sagen wir vielleicht besser aufwendige Teil besteht darin, alles an den "richtigen Platz zu bringen". Die "Vorschau" Funktion ist hier wirklich eine große Hilfe - nehmen Sie Ihre gewünschten Veränderungen vor, klicken Sie dann auf die Schaltfläche "Vorschau" und falls notwendig gehen Sie einfach einen Schritt zurück und bearbeiten die Vorlage erneut. Bitte beachten Sie, daß die Formatierungscodes für Schriftstile als solche in der Vorschau erscheinen, obwohl sie in den Notizen in die entsprechende Formatierung "übersetzt" werden. Und da [CD], [CM] und [CREF] Elemente bislang ja noch gar nicht tatsächlich erfaßt wurden, werden sie in der Vorschau auch unverändert erscheinen, d.h. deckungsgleich mit den Vorlagen. Ihre "Werte" werden bzw. können dagegen noch nicht angezeigt werden.
Von der "Vorschau" Funktion Gebrauch zu machen, ist sehr einfach, solange Sie eine individuelle Quellen-Definition bearbeiten, weil die Schaltfläche "Vorschau" quasi direkt "da ist" während Sie die Vorlage bearbeiten. Es gibt jedoch einen Trick, der es Ihnen erlaubt die "Vorschau" Funktion auch dann zu benutzen, wenn Sie die Vorlagen der Quellentypen anpassen. Anstatt auf das Fenster "Quellentypen" über das Menü zuzugreifen, öffnen Sie es einfach über die Quellen-Defininition einer Quellenangabe, die den Quellentyp, den Sie gerade bearbeiten wollen, einsetzt. Um dies in die Tat umzusetzen, klicken Sie zunächst in besagtem Fenster auf die Schaltfläche "Quellentypen". Sobald Sie damit fertig sind, die Vorlagen zu verändern, klicken Sie auf OK, um das Fenster "Quellentyp bearbeiten" zu schließen. Danach klicken Sie auf "Abbrechen", um das Fenster "Quellentypen" zu schließen. Jetzt befinden Sie sich wieder im Fenster "Quellendefinition" für die Quellenangabe - an der Stelle also, wo Sie gestartet sind. Innerhalb dieses Fensters haben Sie nun die Möglichkeit, zum Reiter "Ausgabe-Form" zu gehen, um dann von hier aus die "Vorschau" zu nutzen, um Ihre Arbeitsergebnisse zu testen. Sollte Bedarf bestehen an den Vorlagen weitere Bearbeitungen vorzunehmen, klicken Sie innerhalb des Reiters "Allgemein" auf die Schaltfläche "Quellentypen". Damit gelangen Sie zu den Quellentypen Vorlagen zurück und können weitere Anpassungen durchführen. (Dies läßt sich in der Tagespraxis wesentlich leichter umsetzen, als die Vorgehensweise beschrieben werden kann. Glauben Sie mir!)
Sofern Sie vorhaben sehr viel mit benutzerdefinierten Quellen zu arbeiten, dann möchte ich Ihnen vorschlagen, daß Sie sich die Liste der Quellenelementgruppen aus der Hilfedatei von TMG heraussuchen (suchen Sie nach "source element groups"), sie anschließend mit Kopieren / Einfügen in ein Textverarbeitungsprogramm übernehmen und sie jetzt ausdrucken. Ich persönlich verwende meine Kopie dieser Liste als eine Art Lesezeichen in meinem Exemplar des Buches Evidence! Eine Liste sämtlicher Standard-Elemente, der Gruppen, in denen sie enthalten sind, sowie der Fenster, in denen sie erscheinen, finden Sie hier (z. Z. nur in Englisch).
Sollte keines der bereits vorhandenen Quellenelemente in geeigneter Form für Ihre Belange aussagekräftig genug sein, können Sie natürlich eigene benutzerdefinierte Quellenelemente erstellen, die vielleicht hilfreicher sind, ausdrucksstärkere Quellenelement Bezeichnungen bezogen auf Ihre Quellen-Definitionen zu liefern. Nähere Einzelheiten entnehmen Sie bitte meinem Artikel Arbeiten mit Quellenelementen und Quellenelementgruppen.
Es existieren drei Wege Quellenelemente, die von einer vorhandenen Quellen-Definition genutzt werden, zu verändern.. Um ein Quellenelement hinzuzufügen oder zu löschen, oder um von einem Element zu einem anderen derselben Gruppe zu wechseln, können Sie:
die Ausgabe-Vorlagen jener Quellen-Definition editieren, um ein Quellenelement zu ergänzen oder um es zu löschen. Löschen Sie das Element in sämtlichen der drei Vorlagen, um es auch wirklich zu entfernen. Geben Sie das neue Element in eine oder mehrere Vorlagen ein, um es hinzuzufügen.
von einem Quellentyp zu einem anderen wechseln. Dann werden Sie die Quellenelemente, die von dem neuen Quellentyp benutzt werden, sehen.
die Ausgabe-Vorlagen eines Quellentyps, die von einer Quellenangabe angewandt werden, bearbeiten. Nachdem Sie den Quellentyp angepaßt haben, werden die neuen Elemente in Ihrer Quellenangabe auftauchen. Dies setzt jedoch voraus, daß Sie die Vorlagen bezogen auf eben diese Quelle nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt bearbeitet hatten. Sollte dies doch der Fall sein, dann können Sie die Standard-Vorlagen wiederherstellen, indem Sie die bearbeitete Vorlage vollständig löschen; dann wird die standardmäßige Vorlage des jeweiligen Quellentyps wieder erscheinen .
Sobald Sie diese Arten von Anpassungen durchführen, werden sich die Quellenelemente, die in den Reitern "Allgemein" und "Ergänzend" erscheinen, wie folgt verändern:
Ich möchte jetzt noch darauf hinweisen, daß sobald Elemente, in bedingungsabhängige Klammern innerhalb der Ausgabe-Vorlagen eingeschlossen sind, und daher optional sind, diese die bedingungsabhängigen Klammern auch bei ihrer Bezeichnung in Reiter "Allgemein" aufweisen.
Es ist sicherlich verführend, einfach auf die Schaltflächen für die Quellenelement-Bezeichnungen in Reiter "Allgemein" des Fensters "Quellendefinition" zu klicken, um Quellenelemente zu ergänzen. Diese Vorgehensweise kann ich Ihnen jedoch keinesfalls empfehlen. Wenn Sie dies nämlich so tun, dann wird das Element der Ausgabe-Vorlage nicht hinzugefügt. Damit werden jedwede Daten, die Sie in dieses Feld eingeben, niemals in irgendeine Ausgabe miteinbezogen. Und zwar solange nicht, wie Sie unmittelbar anschließend nicht auch noch die Ausgabe-Vorlagen anpassen, damit die Daten doch eingeschlossen werden. Tatsächlich passiert im Ergebnis folgendes: sollten Sie vergessen Daten in dem so ergänzten Element zu erfassen, dann wird das Element als ganzes "verschwinden", sobald Sie das Fenster "Quellen-Definition" schließen. Will man Elemente hinzufügen, so ist es wesentlich zuverlässiger ihre Bezeichnungen / Namen in die passende(n) Ausgabe-Vorlage(n) einzugeben. Über diesen Weg erscheinen sie dann auch automatisch in dem Reiter "Allgemein" .
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