Deutsche Veröffentlichung dieser Seite am 09. Jul. 2006
Versionshinweis: Gültig für TMG Version 6 & 7.
Dieser Artikel befaßt sich mit Problemstellungen, denen man sich dann gegenübersieht, wenn man gleichzeitig mit verschiedenen Sprachen innerhalb von TMG arbeiten möchte. Zum Beispiel wenn es darum geht, Daten zu erhalten, die in zwei verschiedenen Sprachen ausgegeben werden sollen.
Weitere Artikel, die man entweder auf der Hauptseite zum "Thema" Sprachen findet, oder die mit den entsprechenden Stellen weiter unten verknüpft sind, bieten bei Bedarf noch mehr an Detailinformationen über artverwandte Bereiche.
Meiner Meinung nach existieren mindestens drei verschiedene Umstände, bei denen man vielleicht zwei oder auch mehr Sprachen in TMG gleichzeitig nutzen bzw. pflegen möchte:
Sie haben Verwandte oder anderweitig interessierte Personen, die verschiedene Sprachen sprechen. Sagen wir einmal einige sprechen Englisch und andere Deutsch und Sie möchten für jede dieser Gruppen Berichte in deren eigener Sprache erstellen. In diesem Fall treffen sämtliche der unten näher diskutierten Problemstellungen zu.
Sie möchten in der Lage sein, Berichtsausgaben in zwei unterschiedlichen Varianten der selben Sprache zu erzeugen. Nehmen wir an: eine formelle Version, die Ausdrücke wie "circa" einsetzt und daneben eine informelle Version, die "ungefähr" benutzt. Hier müssen wir uns dann eigentlich nur mit der Problematik weiter unten bezogen auf die Satzstrukturen befassen.
Sie wollen in der Lage sein, zeitgleich beides zu erzeugen: einen erzählenden Bericht in "normalem" Stil wie auch einen solchen mit ganz spezieller Formatierung in einem Stil "mit besonderer Zielsetzung". Mit dieser Thematik setze ich mich im Rahmen dieser Serie in meinem Artikel über Speziell formatierte Berichte näher auseinander. Da sich dieses Unterfangen grundsätzlich nur auf einige wenige Elementtypen erstreckt, sind die weiter unten diskutierten Problemstellungen hierfür generell auch nicht gültig.
Vom eigentlichen Konzept her gesehen, erscheint die Erstellung von Datenausgaben in zwei oder mehr Sprachen eine ziemlich einfache Angelegenheit zu sein. Sie stellen die Sprache für die Bedieneroberfläche Ihres Programms auf irgendeine Sprache ein, die Sie persönlich bevorzugen, geben Ihre Daten ein und sobald Sie dann soweit sind Ihre Ausgabe zu erzeugen, legen Sie nur noch die Sprache fest, die für den jeweiligen Bericht angewandt werden soll. Sie können ja sogar verschiedene Berichtsdefinitionen / -spezifikationen abspeichern. Dies macht es Ihnen durchaus einfach, die Sprache und die damit verbundenen Optionen auch später wiederverwenden zu können. Und trotzdem! In der Praxis gibt es einige sehr bedeutsame Hindernisse, die zunächst aus dem Weg geräumt werden müssen, um mit guten mehr-sprachigen Berichtsausgaben wirklich erfolgreich sein zu können. Einige hiervon - verbunden mit ein paar persönlichen Empfehlungen - werden wir nachfolgend behandeln.
Eine von TMG's Stärken liegt darin, daß der Anwender die Möglichkeit hat, benutzerdefinierte Satzstrukturen zu erstellen, um in erzählenden Berichten die Ausgabe exakt so zu gestalten, wie er persönlich es will. Der Anwender kann die Sätze "global" anpassen - dann beziehen sich diese Anpassungen auf sämtliche Elemente eines bestimmten Typs-, oder eben auch "lokal", wobei sie sich dann nur auf ein spezifisches Element erstrecken. Die eigentliche Herausforderung, wenn man beabsichtigt erzählende Berichte in zwei oder mehr Sprachen zu produzieren, besteht darin, ganz konsequent jedwede Form von Veränderung immer parallel und zeitgleich in jeder dieser Sprachen vorzunehmen.
Der eigentliche Erstellungsprozess von Sätzen in jeder Sprache ist einfach genug. In den jeweiligen Fenstern, in denen Sätze editiert werden können, existieren Sprachauswahlmöglichkeiten. Wie gesagt, die Herausforderung besteht in der unbedingten Einhaltung der notwendigen Disziplin, nachdem man eine Änderung in einer Sprache vorgenommen hat, stets daran zu denken auch unmittelbar die gleiche Veränderung in der (den) "anderen" Sprache(n) durchzuführen.
Sofern Sie die Absicht haben, Berichtsausgaben in verschiedenen Sprachen zu produzieren, wird es wahrscheinlich das Beste sein, auf die Erstellung von lokalen Sätzen / Satzstrukturen völlig zu verzichten; eben wegen der Schwierigkeit kontinuierlich daran zu denken, jede Sprache aktuell zu halten und auch wegen der nicht wegzudiskutierenden Schwierigkeit, Versäumnisse oder Fehler dies zu tun zum einen zu finden und sie zum anderen zu korrigieren. Weitaus leichter zu "managen" erscheinen mir Veränderungen an globalen Sätzen / Satzstrukturen.
Die Übersetzung von Daten, die der Anwender eingegeben hat, wird von TMG nicht unterstützt, deshalb können diese Daten u.U. ein Problem darstellen:
Datumangaben reguläre also gültige Datumsangaben werden im Bericht genau in dem Format und genau in der Sprache ausgegeben, die für den jeweiligen Bericht festgelegt wurde. Deshalb stellen sie generell kein Problem dar. Und sollten "Ihre" Sprachen andere Datumsformate erfordern, dann existieren in dem Reiter "Datum" im Rahmen der Berichts-Optionen entsprechende Auswahlmöglichkeiten, um spezielle Formate für diesen Bericht zu verwenden. Aber Achtung: "irreguläre also ungültige Datumsangaben" (das sind diejenigen, die TMG nicht interpretieren konnte und die deshalb genauso gespeichert werden wie Sie sie eingegeben haben) werden nicht übersetzt. Sagen wir also einmal Sie geben ein "dritter Sonntag im Mai" ("third Sunday in May") für Ihre englischen Verwandten, dann erscheint dieser Text exakt genauso auch, wenn Sie diesen Bericht in Französisch erstellen. Eine Option in diesem Fall wäre, solche Daten im Notizfeld zu plazieren - wie unten beschrieben.
Ortsangaben sie sollten in die zehn hierfür bereitstehenden Felder eingegeben werden, um primär - neben anderen Nutzungsmöglichkeiten - ihre Ausgabe für verschiedene Berichtstypen und Diagramme steuern zu können. Dies funktioniert solange völlig reibungslos, wie Sie die gleiche Schreibweise für die Ortsangaben in jeder Sprache anwenden können. Dagegen steht leider keine einfache Lösung zur Verfügung, wenn Sie für jede Sprache eine andere Schreibweise benutzten müssen. So könnte es funktionieren einige der Ortsfelder für die eine Sprache zu verwenden und andere wiederum für eine andere Sprache. Das setzt selbstverständlich auch voraus, daß man die passenden Satzvariablen für jede Sprache einsetzt, damit auch nur diejenigen Felder verwandt werden, die zu dieser Sprache gehören. Immerhin kann mit zehn Feldern gearbeitet werden und zusätzlich kann das "Details"-Feld auch noch in neun Segmente untergliedert werden. Vor diesem Hintergrund könnte sich ein solcher Plan als durchführbar erweisen. Hierfür ist jedoch unbedingt erneut ein gewisser Eifer bei der Dateneingabe notwendig und offen gesagt kenne ich keinen einzigen Anwender, der das jemals in der Praxis versucht hat.
Notizfelder / Notizen beinhalten generell einfachen Text und müßten deshalb normalerweise übersetzt werden, wenn man sie im Zusammenhang mit einer anderen Sprache verwenden möchte. Glücklicherweise erweist sich dieses Problem denn doch nicht als derart schwierig, vorausgesetzt der Anwender ist in jeder Sprache bewandert. Da das Notizfeld in bis zu neun Segmente unterteilt werden kann, könnte man z.B. Segmente mit ungeraden Nummern für die eine Sprache reservieren und diejenigen Segmente mit geraden Nummern für die andere Sprache. Anschließend verwenden Sie dann in den Sätzen für die erstgenannten Segmente [M1], [M3], [M5], etc. und für die anderen [M2], [M4], [M6], etc. Als Anwender würden Sie nun den gleichen Sachverhalt in jedem zusammengehörigen "Segmentpaar" eingeben; zunächst in der ersten Sprache und unmittelbar anschließend in der zweiten Sprache.
Namen sind nicht ganz so einfach zu handhaben; insbesondere dann nicht, wenn sie in verschiedenen Sprachen anders geschrieben werden. Vielleicht ist es somit die beste Lösung, den Namen so einzugeben wie er bei der Geburt der Person geschrieben wurde (zumindest bezogen auf den primären Namen) und zusätzlich ein alternatives (vielleicht benutzerdefiniertes) Namenselement zu erstellen, das dann zur Erläuterung alternativer Namensschreibweisen herangezogen wird. Dieses alternative Element könnte nun in Berichtsausgaben nur einer oder auch beider Sprachen eingebunden werden - ganz nach Ihrem Wunsch.
Auch hier existiert leider keine Möglichkeit, Hinweise auf Quellen in mehr als in einer Sprache auszugeben. Auf der anderen Seite kann man Quellenangaben jedoch sehr einfach an eine Sprache anpassen. Dies beschreibe ich im Rahmen meines Artikels über Herausforderungen bei der Dateneingabe. Wie bereits gesagt: jedwede Form von Daten wird exakt genauso in Quellenhinweisen ausgegeben wie man sie erfaßt hat und es gibt keine Methode, um unterschiedliche Elemente unterschiedlichen Sprachen zuzuweisen. Ausdrücke und Zeichensetzung tauchen so auf, wie man sie bei der jeweiligen Ausgabe-Vorlage definiert hat. Und wiederum besteht keine Chance, diese Vorlagen bezogen auf eine zweite Sprache zu verändern.
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