Terry's TMG Tips

So importieren Sie Ihre Daten aus einem anderen Genealogie-Programm

Unter besonderer Berücksichtigung von Datenimporten aus "Family Tree Maker"

Deutsche Veröffentlichung dieser Seite am 25. Sept. 2005

Versionshinweis: Erstellt für die Versionen TMG 6
Es bestehen Unterschiede in den Details, aber das grundsätzliche Konzept gilt auch für frühere Versionen von TMG.

Die meisten Anwender von TMG beginnen ihre Arbeit damit, ihre Daten aus einem anderen Genealogie-Programm in TMG zu importieren. TMG ist in der Lage, die Daten direkt aus den gängigsten Ahnenforschungsprogrammen zu importieren. Damit bietet es die gute Funktionalität eines quasi "unmittelbaren Starts", wenn Sie Ihre Daten zuvor in einem anderen Programm erfaßt hatten. Bestehende Unterschiede im jeweiligen Software-Entwicklungsstand zwischen TMG und Ihrem bisher genutzten Programm, gepaart mit Ihrer persönlichen Methode der Dateneingabe in dieser "früheren" Software, können durchaus dazu führen, daß der Import einiger Daten in einer weniger idealen Art und Weise erfolgt. Ziel dieses Artikels ist es, dabei zu helfen, daß Sie einen bestmöglichen Import erreichen. Zugleich bietet er verschiedene Tips dazu an, wie man die Aufgabe, die verbliebenen Probleme zu bereinigen, am wirkungsvollsten löst.

Da sich meine eigenen Erfahrungen bezogen auf den Datenimport im wesentlichen auf Family Tree Maker® (FTM) stützen, liefert dieser Beitrag sicherlich die meisten spezifischen Informationen über den Importprozess aus eben diesem Programm. Trotzdem können Sie davon ausgehen, daß sich viele der Vorschläge genauso auch auf Datenimporte aus anderen Genealogie-Programmen anwenden lassen. Lee Hoffman hat ebenfalls einen Artikel über den Beginn der Arbeit mit TMG veröffentlicht. Diesen finden Sie hier (nur in Englisch). Es könnte durchaus hilfreich sein, auch diesen Artikel zu lesen, da auch er einige Vorschläge zur Vorgehensweise enthält. An dieser Stelle möchte ich nicht versäumen, darauf hinzuweisen, daß ein neuer TMG-Anwender meine Artikelserie zum TMG Basiskonzept als für ihn nützlich empfinden könnte.

Direktimport - Nicht über GEDCOM

TMG unterstützt den Direktimport, mittels GenBridge™ Technologie, aus einer großen Anzahl von aktuellen Genealogie-Programmen. Wenn es irgendwie möglich ist, dann sollten Sie stets von dieser Methode Gebrauch machen und stattdessen keinesfalls Ihre Daten zunächst in eine GEDCOM Datei exportieren, um sie anschließend wieder in TMG zu importieren. Das Ergebnis, das Sie erzielen, ist fast immer weitaus besser. Es gehen viel weniger Daten verloren und Sie haben einen viel geringeren Bereinigungsaufwand nach einem Import. Vor dem Hintergrund der in den GEDCOM Spezifikationen selbst begründeten Einschränkungen ist es möglich, daß viele Informationen verloren gehen, wenn Sie diese Methode benutzen. Zusätzlich variiert die Interpretation durch die verschiedenen Genealogie-Programme darüber sehr stark, wie die Implementierung von GEDCOM Informationen durchgeführt wird. Sie sollten diese Methode also nur im Notfall anwenden, wenn überhaupt keine andere Alternative vorhanden ist. Falls es sich bei Ihrem bisherigen Ahnenforschungsprogramm um eine sehr alte Software handelt, die zudem noch von keiner der aktuellen TMG Import Optionen unterstützt wird, dann nutzen Sie lieber zunächst den Anwender-Support von Wholly Genes, bevor Sie GEDCOM anwenden. Dort ist man vielleicht in der Lage, den Datenimport für Sie zu erledigen und ein besseres Ergebnis zu erzielen, als dies über GEDCOM möglich wäre.

Zuweilen trägt die Diskussion über GenBridge eher zur Verwirrung von TMG-Nutzern bei, weil diese meinen, es würde sich hierbei um ein eigenständiges Programm handeln. Das ist es aber nicht; es handelt sich um einen Bestandteil von TMG, der allerdings für den Anwender unsichtbar ist. Verwenden Sie einfach das Menü Datei > Import….. Hierüber gelangen Sie zum Import-Assistenten; dann fangen Sie an. Wählen Sie im Schritt 1 die Standardvorgabe "Einfacher Assistent" und dann wählen Sie im Schritt 2 das Programm aus, aus dem Sie Daten importieren möchten. Geben Sie die Datei an, die Sie importieren möchten und fahren Sie anschließend mit den folgenden Schritten entsprechend ihrer Reihenfolge fort.

Ein Hinweis an all diejenigen von Ihnen, die einen Import aus FTM durchführen möchten. Bei der Backup / Wiederherstellungs-Datei von Family Tree Maker, die in Schritt 2 aufgelistet ist, handelt es sich um die Wiederherstellungsdatei, die von FTM, jedesmal wenn Sie dieses Programm benutzen, automatisch erstellt wird. Es handelt sich nicht um die "Komprimierte Wiederherstellungsdatei" die mittels FTM erzeugt werden kann. Aktuell ist es nicht möglich, eine solche komprimierte FTM Datei zu importieren.

Vor der Bearbeitung immer an alternative Importe denken

Der Import-Assistent von TMG hält eine große Bandbreite nutzbarer Optionen - während des Datenimportes aus vielen anderen Programmen - vor. Aufgrund der bestehenden Unterschiede, wie Ihre Daten in TMG und Ihrem bisherigen Programm aufgezeichnet werden bzw. worden sind, ist es durchaus denkbar, daß Sie einen qualitativ besseren Import erzielen, wenn Sie eine andere Kombination dieser Optionen wählen. (Darüber hinaus haben natürlich auch die Anwender jedes dieser Programme vielfältige Methoden der Dateneingabe entwickelt.) Deshalb mein dringender Rat, bevor Sie Zeit in die Bearbeitung Ihrer importierten Daten stecken, prüfen Sie diese Optionen bitte sorgfältig. Produzieren Sie einige (wenige) Beispiel Berichte und schauen Sie sich das Ergebnis an. Sofern die Ergebnisse nicht optimal sind, ziehen Sie bitte in Erwägung, einen weiteren Import mit anderen Einstellungen durchzuführen. Ein wenig Experimentierfreude unter Anwendung anderer Einstellungen kann Ihnen später viele Stunden an Bereinigungsarbeit ersparen.

Während einige Optionen bereits über den "Einfachen Import-Assistenten" verfügbar sind, können Sie auf andere nur im Schritt 2 des "Erweiterten Assistenten" zugreifen. Speziell diejenigen von Ihnen, die einen Datenimport aus FTM vornehmen wollen, werden wahrscheinlich bessere Resultate bei der Benutzung des "Erweiterten Import-Assistenten" erreichen. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie umfangreichen Gebrauch von FTM's "Facts" gemacht haben.

Zur besseren Darstellung dessen, wie Ihnen der "Erweiterte Assistent" helfen kann, wollen wir uns die FTM "Facts" einmal näher anschauen. FTM "Facts" besitzen ein Datumsfeld und desweiteren nur noch ein einziges weiteres Feld mit der Bezeichnung "Comment / Location". Jenachdem, um welchen Typ eines "Facts" es sich handelt, möchte der Anwender vielleicht entweder einen Kommentar oder aber eine Ortsangabe in diesem Feld eingeben. Vielleicht aber auch beides. Aber wie auch immer, TMG trennt Kommentare und Ortsinformationen stets voneinander. Der Import-Assistent seinerseits wird nun versuchen, den Inhalt des FTM "Comments / Location" Feldes in das korrekte Feld innerhalb von TMG einzufügen. Dabei könnte er jedoch nicht immer erfolgreich sein. Insbesondere dann, wenn sie in diesem Feld in einigen Fällen Ortsinformationen erfaßt haben und in anderen Fällen Kommentare, sind Sie vielleicht in der Lage, dem Import-Assistenten bei seiner Arbeit etwas zu helfen. Dazu sollten Sie in Schritt 5 des "Erweiterten Assistenten" Vorgaben machen; so, wie ich sie weiter unten darstelle. (Hinweis: TMG ist aktuell nicht in der Lage, Kommentare und Ortsinformationen, die sich in demselben Feld befinden, voneinander zu trennen, wenn sie durch einen Schrägstrich separiert sind. Einen solchen zu verwenden, wurde in der Hilfe für jüngere Versionen von FTM stets empfohlen.)

Assistent

Es hängt von dem jeweiligen Programm ab, aus dem Sie Daten importieren, ob es über ähnliche Optionen verfügt, die Ihnen bei einer späteren Überprüfung Ihrer Daten sehr wertvolle Zeit ersparen können. Überprüfen Sie also bitte erneut sämtliche Import-Optionen Ihres Programmes, wenn das bislang erzielte Ergebnis alles andere als ideal ist.

Einige Probleme lassen sich wesentlich einfacher in dem Original-Programm lösen, wovon Sie auch Gebrauch machen sollten, wenn Ihnen dieses zur Verfügung steht. Dies ist insbesondere immer dann angeraten, wenn es sich um das Programm handelt, das Sie früher angewandt haben und mit dem Sie daher bestens vertraut sind. FTM gestattet es dem Anwender zum Beispiel Geschwister zu erfassen, ohne daß irgendein Elternteil eingegeben werden muß. TMG dagegen verlangt mindestens einen vorhandenen Elternteil, um Geschwister zum Datensatz hinzufügen zu können. Sollten in Ihrem Datensatz also solche Fälle enthalten sein, dann ist es vielleicht einfacher, einen Elternteil vor dem Import zu ergänzen als im Nachhinein. Es existieren aber auch viele andere Konstellationen, in denen es über die Werkzeuge von TMG nach einem Datenimport leichter ist, Problemstellungen zu bereinigen. So kann zum Beispiel das unten näher diskutierte Problem der Anordnung von Ortselementen in einigen Programmen bereits vor einem Import dadurch gelöst werden, indem für die "Abschaltung" der fehlenden Bestandteile Kommata oder andere Trennungszeichen hinzugefügt werden. Die Zentrale Ortsliste von TMG macht dies generell nach einem Import jedoch oft wesentlich leichter umsetzbar. Eine sinnvoll eingesetzte Experimentierfreudigkeit liefert Ihnen wahrscheinlich in spezifischen Fällen die besten Vorschläge dazu, wie man vorgeht.

Beginnen Sie notwendige Prüfungen bei den Ortsangaben

Sobald Sie davon überzeugt sind, den bestmöglichen Import Ihrer Daten erreicht zu haben, ist es wahrscheinlich der beste Ansatz, mit notwendigen Überprüfungen bei den Ortsnamen zu beginnen. Während viele andere Programme nur ein einziges Feld für Ortsbezeichnungen unterstützen, bietet Ihnen TMG hierfür 10 Felder an. Typischerweise erfassen Sie die Adresse, die Stadt, den Kreis und das Bundesland jeweils in eigenen Feldern in TMG. Auf diese Weise haben Sie direkte Kontrolle darüber, wie die Berichtsausgabe für die vollständige Ortsbezeichnung - oder ausgewählter Teile davon - aussehen wird, um das gewünschte Ergebnis in irgendeinem verfügbaren Berichtstyp zu gewährleisten.

Der Import-Assistent wird stets versuchen, die Bestandteile der importierten Ortsbezeichnung in dem richtigen Feld zu plazieren. Er leistet in vielen Fällen einen ziemlich guten Job, insbesondere in denen, die US-Bundesstaaten enthalten. Andere Umstände sind dazu geeignet, ihn zu "verwirren". Trotzdem handelt es sich bei der Zentralen Ortsliste um ein sehr wirkungsvolles Werkzeug, die Ortselemente vollständig und richtig anzuordnen. Sie nimmt Ihnen sehr oft die Arbeit ab, dies für jedes Element individuell erledigen zu müssen. Gleichzeitig kann jede Art von inkonsistenter Datenerfassung bei Ortsnamen - zum Beispiel der unterschiedliche Gebrauch von Abkürzungen oder Schreibweisen - zeitgleich korrigiert werden. Sobald Sie Veränderungen in der Zentralen Ortsliste vornehmen, dann werden diese simultan auch in jedem einzelnen Element durchgeführt, das exakt diesen Namen verwendet.

Bitte beachten Sie in dem vorstehenden Beispiel, daß die Zeile etwa der Mitte des Bildschirmes um eine Spalte nach rechts versetzt ist, um die Ausrichtung zu korrigieren. Um dies zu beheben, wählen Sie das äußerst rechte Element aus und verwenden anschließend den Ctrl-Links Pfeil, um sämtliche Elemente nach links zu bewegen. Sofern notwendig können Sie auch jedes Element unabhängig voneinander einzeln bewegen. Andere Änderungen führen Sie wie folgt durch: Sie wählen ein Element aus der gewünschten Zeile aus, klicken doppelt oder klicken auf die Schaltfläche "Bearbeiten" und nehmen die notwendigen Veränderungen anschließend in dem sich öffnenden Fenster vor.

Wenn Sie in der Zentralen Ortsliste auf nicht-ortsbezogene Daten treffen (zum Beispiel wegen dem Problem von FTM mit kombinierten "Comments/Location" Feldern, wie oben bereits beschrieben) dann wählen Sie das entsprechende Element aus und drücken die Schaltfläche "Ereignisse". Hierdurch werden Sie zu der "Zentralen Ereignisliste" geführt, aus der Sie dann auf das spezifische Element Zugriff haben, welches die falschplazierte Information enthält. Im Fenster "Element-Eintrag" für dieses Element können Sie einfach die Windows Funktion Ausschneiden (Ctrl-X) und Einfügen (Ctrl-V) anwenden, um die Angaben aus dem Ortsfeld in das Notizfeld, wo sie wahrscheinlich hingehören, zu übertragen. (Beachten Sie an dieser Stelle bitte, daß auch nachdem Sie die Korrekturen durchgeführt haben, immer noch der Original-Eintrag in der Zentralen Quellenliste erhalten bleibt, bis Sie Ihren Datensatz "optimieren". Hierzu nutzen Sie Datei > Wartung > Dateien optimieren aus dem Haupt-Menü.)

Entscheidungsfindung was als Nächstes zu überprüfen ist

Für diesen nächsten Schritt stehen Ihnen sicherlich mehrere, verschiedene Vorgehensweisen zur Verfügung. Welche davon für Sie die beste ist, hängt davon ab, wieviele Personen in Ihrem Datensatz vorhanden sind, wie bedacht Sie darauf sind alles "zu ordnen" und wie abenteuerlustig Sie sind, die weitergehenden Anwendungsmöglichkeiten von TMG für sich gewinnbringend zu entdecken. Ein Beispiel: Wenn Sie vielleicht etwas davor zurückschrecken, die weiter fortgeschrittenen Möglichkeiten für Anwender von TMG, Quellen aufzuzeichnen, zu erkunden, dann werden Sie sich dennoch sicherlich mit den gegebenen Alternativen auseinandersetzen wollen. Anschließend werden Sie dann Ihre Entscheidung treffen, welche Methode Ihrer Zielsetzung am nächsten kommt, bevor Sie später sehr viel Zeit in notwendige manuelle Überprüfungsarbeiten bezogen auf Ihre Quellenangaben verwenden. Das Gleiche gilt, sofern Sie schon ganz neugierig darauf sind, TMG's Anwendungsmöglichkeiten bezogen auf Zeugen und Funktionen zu nutzen und in diesem Zusammenhang darauf gespannt sind, wie hierdurch die Aufzeichnung von Testamenten, Volkszählungsergebnissen und Ähnlichem verbessert werden kann. Auch hier werden Sie für sich persönlich entscheiden, wie Sie diese Möglichkeiten nutzen, bevor Sie damit anfangen, jede einzelne Person in Ihrem Datensatz zu überprüfen. Auf der anderen Seite können Sie sich selbstverständlich auch dazu durchringen, alle zu bereinigen, indem Sie zunächst von den grundlegenden Funktionen von TMG Gebrauch machen, bevor Sie sich überhaupt mit den fortgeschrittenen Nutzungsmöglichkeiten von TMG auseinandersetzen.

Sollten Sie daran interessiert sein, den größstmöglichen Nutzen aus der Anwendung von TMG zu ziehen, dann sollten Sie auch auf die anderen Artikel dieser Internetseiten einen Blick werfen und zusätzlich auch auf diejenigen auf Lee Hoffman TMG Tips Seite (nur in Englisch). Während Sie dieses tun, halten Sie bitte auch Ausschau nach Verknüpfungen zu anderen Internetseiten. Ich empfehle Ihnen insbesondere, sich die Informationen auf TMG-L, einer überaus aktiv genutzten E-Mail Liste für TMG Anwender (ausschließlich in englischer Sprache) nicht entgehen zu lassen. Um auf diese Liste Zugriff zu haben, müssen Sie sich als Nutzer registrieren. In diesem Forum können Sie all Ihre Fragen stellen und erhalten umgehend Hilfe oder Ratschläge für Ihre ganz spezielle Problemstellung. Prüfen sollten Sie in jedem Fall auch das Wholly Genes Anwenderforum (nur in englischer Sprache), das von dem Hersteller von TMG betrieben wird. Auch hier haben Sie Zugriff auf eine große Anzahl von Fundstellen, einschließlich Informationen über bestehende Anwendergruppen, häufig gestellte Fragen und Hilfe-Foren, in denen Sie Ihre Fragen stellen können. Auf diese erhalten Sie dann Antworten entweder von anderen Anwendern von TMG und auch von Mitarbeitern von WG.

Egal, wie Sie vorgehen, erstellen Sie immer einen Test-Datensatz, in dem Sie verschiedene Ideen ausprobieren können und herausfinden können, welche davon für Sie die beste ist, ohne dabei auch nur im Geringsten befürchten zu müssen, Ihre tatsächlichen Daten zu ruinieren. Einige Anwender von TMG erzeugen zu diesem Zweck einen simplen Datensatz, der einige wenige sehr bekannte Persönlichkeiten enthält. Ich dagegen erstelle lieber eine Kopie meines "tatsächlichen" Datensatzes, sodaß ich alternative Methoden an den Daten, die ich selber aktuell nutze und daher gut kenne, testen kann. Stellen Sie aber bitte in jedem Fall sicher, daß Sie dieser Kopie einen eindeutigen Namen geben, der verhindert, daß Sie irgendwann aus Versehen damit beginnen, in ihr "echte" Daten zu erfassen.

Es besteht jedoch auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, daß Sie eventuell jede einzelne Person in Ihrem Datensatz überprüfen müssen, um sämtliche Daten so zu erhalten, wie Sie sie gerne hätten. Es existiert aber überhaupt kein zwingender Grund dafür, dies alles auf einmal zu erledigen. Ich habe zum Beispiel vor ungefähr 4 Jahren eine Datei mit etwas mehr als 7.000 Personen importiert. Ich überprüfe die Personen, wenn ich mit ihnen aktuell arbeite, oder wenn ich Berichte erstelle, in die ich diese einbeziehen möchte. Ich verwende jedoch weitaus mehr Zeit darauf, neue Personen hinzuzufügen oder auch weitere Informationen bei den Personen zu ergänzen, die ich bereits früher erfaßt habe. Im Ergebnis habe ich rund 7.000 Personen in meinen Datensatz eingegeben. Und währenddessen existieren immer noch circa 5.000 Personen aus meinem ursprünglichen Import, mit denen ich mich noch beschäftigen muß - Sie müssen wirklich nicht alles auf einmal machen.

So behalten Sie im Auge, wer bereits geprüft wurde

Es ist ganz klar, wenn sich diese Arbeit über einen längeren Zeitraum erstreckt, brauchen Sie irgendeinen Weg bzw. ein Werkzeug, um stets im Auge zu behalten, Wen Sie bereits abschließend geprüft haben und Wen eben noch nicht. Die meisten Anwender erstellen für diesen Zweck ein benutzerdefiniertes Merkmal mit der Bezeichnung "Geprüft" oder etwas ähnliches. Hiermit markieren sie alle Personen, die schon "fertig" sind. Dies setzen Sie wie folgt um:

Damit Sie die für jede Person gesetzten Merkmale sehen können, oder wenn Sie das Merkmal manuell verändern wollen, da jede Person zwischenzeitlich geprüft wurde, müssen Sie das Fenster "Merkmale" öffnen. Dieses ist im dem Standard Layout nicht automatisch geöffnet. Sie öffnen es, indem Sie auf das entsprechende Merkmale-Fenster Icon in der Symbolleiste klicken – – oder Sie benutzen hierfür das Menü Fenster > Merkmale. Sollte Ihnen daran gelegen sein, daß es stets geöffnet ist, dann verändern Sie die Größe einiger der anderen Fenster, um Platz zu schaffen. Anschließend speichern Sie Ihr neues geändertes Layout. Sie speichern ein Layout, indem Sie auf die Schaltfläche Benutzerdefiniertes Layout speichern in der Symbolleiste klicken – – oder Sie verwenden hierfür das Menü Ansicht > Layouts > Layout-Verwaltung; dies öffnet dann die Layout-Verwaltung. Geben Sie Ihrem Layout einen Namen und betätigen Sie "Speichern".

Um die Einstellungen Ihres "Geprüft"-Merkmals bezogen auf eine Person zu verändern, nachdem Sie die Prüfung abgeschlossen haben, klicken Sie einfach doppelt auf den Namen für das Merkmal im Fenster Merkmale. Jetzt öffnet sich das Fenster "Merkmal bearbeiten". Hier klicken Sie doppelt auf den neuen, ab sofort anzuwendenden Wert in der linken Spalte.

Und zum Abschluß verwenden Sie dann noch eine Farbe zur Hervorhebung. Durch diese Farbverschlüsselung können Sie dann sehr einfach und auf einen Blick auf jedem Bildschirm erkennen, Wer bereits geprüft wurde und Wer noch nicht. Viele Anwender von TMG verwenden Farben als Hervorhebungsmittel sehr gerne, um die unterschiedlichsten Charakteristika nicht aus dem Auge zu verlieren, zum Beispeil wie alle Anderen mit irgendeiner Schlüsselperson verwandt sind. Ich persönlich gebe jedoch der Hervorhebung von "Geprüft" die absolut erste Priorität. Ich verwende für sie zudem eine überaus häßliche Farbskala, damit ich quasi gezwungen bin, die Person zunächst zu überprüfen, bevor ich meine wirklichen Hervorhebungen überhaupt wahrnehmen kann. Mehr über die sinnvolle Verwendung von Hervorhebungen finden Sie in meinem Artikel über Benutzung von Hervorhebungen. Dieser beschäftigt sich auch mit meinem "Geprüft"-Merkmal in Kombination mit weiteren.

Eine Prüfungs-Checkliste für jede Person

Wenn Sie sich also schon mit jeder einzelnen Person im Detail auseinandersetzen müssen, dann stellt sich unweigerlich die Frage, was Sie denn in jedem Einzelfall prüfen möchten? Die Antwort hierauf hängt selbstverständlich davon ab, wie Sie zum Beispiel von den unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten von TMG Gebrauch machen möchten und zudem auch davon, welchen persönlichen Stil der Datenerfassung Sie haben. Die nachfolgende Liste enthält die Punkte, die ich prüfe. Jedem Anwender steht es natürlich völlig frei, auch eine andere Liste zu verwenden, abhängig von seinen Zielsetzungen oder Vorlieben, von dem Programm, in dem die Daten ursprünglich erfaßt wurden und auch abhängig von den Methoden, die in diesem Programm verwandt worden sind.

*

Setzt voraus, daß der Dateneingabe-Modus "Fortgeschritten" aktiviert wurde. Dieser wird gesetzt unter: Datei > Einstellungen > Programm-Optionen > Dateneingabe.

An dieser Stelle eine besondere Anmerkung für all diejenigen von Ihnen, die von FTM's "More About" Hinweisen zur Aufzeichnung von Informationen Gebrauch gemacht haben - Diese Hinweise für jede Person werden in ein einziges Element "Anmerkung" importiert, bei dem dann der gesamte Inhalt in das Notizfeld übertragen wird. Dabei ist es davon abhängig wie gerade Sie persönlich von diesem Feld in FTM Gebrauch gemacht haben. Vor diesem Hintergrund kann das Feld eine große Vielfalt von Informationen beinhalten. Dies schließt sowohl Informationen über das Leben derjenigen Person ein wie auch Forschungshinweise, die Sie möglicherweise aufgezeichnet haben. Da FTM keine Möglichkeit besitzt, Quellenhinweise zu diesem Feld hinzuzufügen, können sich eben auch diese Quellenhinweise in dem Text befinden.

Hieraus könnten sich dann im Ergebnis verschiedene Problemstellungen ergeben, die jedoch korrigierbar sind, damit die Arbeit mit TMG erleichert wird. Erstens wurden solche Einträge seinerzeit im allgemeinen stets als vollständige Sätze geschrieben. Auf der anderen Seite wurde das Element "Anmerkung" von TMG standardmäßig so gestaltet, den Namen der Person hinzuzufügen; darüber hinaus auch irgendein Datum oder eine Ortsangabe, wenn erzählende Berichte erzeugt werden. Im Ergebnis erhält man häufig etwas Vergleichbares wie "Er, John, wuchs in einer kleinen Stadt auf..." - das Pronomen "Er" wurde durch die Satzstruktur des Elementes "Anmerkung" automatisch ergänzt. Es gibt jedoch verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Die vielleicht beste Lösung dürfte sein, von dem Element "Anmerkung" zu einem anderen, weitaus passenderem Element zu wechseln. Dann die Notiz zu bearbeiten, den Namen der Person aus dem Text zu entfernen und falls gewünscht, Daten sowie Ortsinformationen in die passenden Felder zu übertragen. Sollten Sie jedoch mit der Darstellungsform des Hinweises völlig zufrieden und glücklich sein, dann können Sie den Elementtyp auch ganz einfach in Anekdote verändern. Bei diesem Element wird ganz schlicht nur der Text des Notizfeldes dargestellt. Sie sollten allerdings noch ein Sortierdatum hinzufügen, damit das Element an der richtigen Stelle erscheint.

In all jenen Fällen, in denen der Hinweis mehrere verschiedene Tatsachen beinhaltet, ist es möglicherweise das Beste, ihn auf zwei oder mehr unterschiedliche Elemente zu verteilen. Diese Vorgehensweise führt nicht nur dazu, daß Sie sie in korrekter Reihenfolge auf dem Monitor sehen, sondern sie eröffnet Ihnen zudem, gezielt zu steuern, welche dieser Elemente in irgendeinem spezifischen Bericht ausgegeben werden. Dies geht aber nur, solange Sie unterschiedliche Elementtypen für unterschiedliche Typen von Daten einsetzen (in meinem Artikel Primäre Elemente & Ausdrucken finden Sie weitere Details hierzu). Der einfachste Weg dies zu bewerkstelligen ist es, zunächst Kopien von den Elementen zu erstellen (über das Menü Hinzufügen > Elemente kopieren) und anschließend jede einzelne Kopie zu bearbeiten, indem Sie aus jedem Element sämtliche Informationen löschen, die nicht zu jeweils nur einer Tatsache gehören. Dann steht es Ihnen frei, den Elementtyp zu verändern und das Datum wie auch die Ortsinformationen in eben diese Felder zu übertragen - falls Sie dies tun möchten. Sollten Sie - eingebettet in den Text - Quellenhinweise vorfinden, dann könnten Sie diese durch reguläre Quellenangaben für das jeweilige Element ersetzen.

Anmerkungen zum Thema "doppelte Daten" – FTM, und vielleicht auch andere Programme, "erzeugt" eine sogenannte doppelte Zeitperiode automatisch, mittels einer Überleitung zwischen dem Julianischen und dem Gregorianischen Kalender. Sofern Sie die doppelten Daten direkt erfaßt haben, sollte die Aufzeichnung korrekt sein. Sollten Sie jedoch nur eine einzige Jahresangabe eingegeben haben, dann wird diese von FTM durch eine doppelte Datumsangabe ersetzt. Dabei wird die von Ihnen erfaßte Jahrzahl als eine zweite, weitere Jahresangabe interpretiert. Gehen wir davon aus, daß dies keinesfalls Ihre Absicht war, dann wurden somit Ihre Daten von FTM verändert und sind nun falsch. TMG akzeptiert entweder einfache oder doppelte Datumsangaben für diese Zeitspanne und behält sie stets genauso bei, wie sie erfaßt worden sind. Falls Ihre importierten Daten solche Datumangaben aufweisen und Sie gleichzeitig unsicher sind, daß sie richtig dargestellt wurden, dann ist sicherlich die Prüfungsaufgabe der richtige Zeitpunkt, sie zu berichtigen, damit sie - wenn möglich - mit Ihren Quellen übereinstimmen.

Während FTM sämtliche Daten in ein Standardformat "zwingt", machen dies andere Programme nicht und lassen vielleicht eine variantenreiche Anzahl von Datumsformaten zu. TMG ist in der Lage, einige davon beim Import zu erkennen und sie in eines seiner Standardformate umzuwandeln. Andere jedoch werden als so genannte "ungültige" Daten akzeptiert. Das bedeutet, daß sie wie einfacher Text behandelt werden und vom Programm nicht als Datumsangaben interpretiert werden. Sollten Ihre importierten Daten solche Datumangaben enthalten, dann sollten Sie auch diese in Ihre Checkliste für die Überprüfung einbeziehen. Nur so stellen Sie sicher, daß sie wie von Ihnen gewünscht behandelt werden. Wenn schon nichts anderes, dann sollten Sie doch wenigstens die Sortierdaten in reguläre Datumsangaben ändern, damit wenigstens die Elemente in der richtigen Reihenfolge sortiert werden. (Sortierdaten werden niemals ausgegeben. Sie werden ausschließlich dafür eingesetzt, die Sortierung von Elementen in Bildschirmanzeigen wie auch in vielen Berichten zu steuern.)

Quellenangaben

TMG bietet dem Anwender ein weitaus flexibleres System zur Aufzeichnung von Quelleninformationen an als viele andere Programme. Es ist zum Beispiel darauf ausgelegt, vollständige Fußnoten beim ersten Verweis auf eine Quelle in einem Bericht zu erzeugen und anschließend eine Kurzform hiervon zu verwenden. Darüber hinaus existiert die Möglichkeit "Ibid" anzuwenden, sofern auf die identische Quelle zweimal in Reihe verwiesen wird. Informationen über Standorte (also den Ort, an dem die Quelle gefunden wurde bzw. wo sie sich befindet) können getrennt erfaßt werden. Es besteht keine Notwendigkeit, sie erneut zu erfassen, sobald eine zweite Quelleangabe mit dem gleichen Standort aufgezeichnet wird. Als zusammenfassendes Ergebnis können wir also festhalten, daß für den Fall, daß sämtliche Informationen, die in Ihrem bisherigen Ahnenforschungsprogramm aufgezeichnet wurden, importiert werden sollen, sollte dies möglichst in einem Format erfolgen, das all diese Möglichkeiten von TMG unterstützt. In Abhängigkeit davon, wie die Daten in dem alten Programm erfaßt worden sind, kann ein gewisses Maß an Bearbeitungsaufwand notwendig sein, um sie in einem akzeptablen Format ausgeben zu können. Weitere Informationen über die Erfassung von Quellen in TMG finden Sie bei Bedarf in meiner "Lehrstunde" über Quellen.

Einige Anwender von TMG legen großen Wert darauf, sämtliche Ihrer Quellenangaben unmittelbar nach einem Import Stück für Stück durchzugehen und sie zu bearbeiten, damit sie in der gewünschten Art und Weise ausgegeben werden können. Andere wiederum verschieben diese Aufgabe solange, bis sie sich mit den verschiedenen Möglichkeiten, wie man Quellenangaben innerhalb von TMG aufzeichnen kann, gründlich vertraut gemacht haben. Sie wollen zunächst die für Sie am besten geeignete Vorgehensweise kennenlernen. Und wiederum eine andere Gruppe von Anwendern entscheidet sich dafür, daß der Übergang zu TMG ein sehr guter Zeitpunkt ist, frühere, etwas undisziplinierte Angewohnheiten bezogen auf die Erfassung von Quellenangaben auf den Prüfstand zu stellen und damit gleichzeitig jeden Quelleneintrag erneut zu verifizieren. Die eine, "beste" Methode gibt es nicht. Wenden Sie diejenige an, die Ihren Anforderungen genügt.


Terry's Tips Home
Kontakt zu Terry
(bitte nur in Englisch)
Kontakt zu Vera
(für deutsche Nachrichten)

 

Copyright 2000-2009